Die Europäische Union ( EU )

  • Es wird aber auch endlich mal Zeit, daß man sich der Abhängigkeit von China bewußt wird, nicht nur hier in Deutschland.

    Man kann sich ja gerne alle 2 Wochen zusammensetzen und versuchen Lösungen zu erarbeiten; doch die wirtschaftliche Abhängigkeit als gottgegeben und unabänderlich zu akzeptieren, kann´s ja wohl auch nicht sein.

    Es ist ja jetzt nicht so das dies eine völlig neue Erkenntnis wäre. Diese Abhängigkeit ist durch Politik und Wirtschaft ganz bewusst in Kauf genommen worden, Hauptsache die Kohle hat gestimmt.

    Ich finde es inzwischen eigentlich nur noch frustrierend das immer wenn Dinge eintreten die schon lange abzusehen und prophezeit waren alle Verantwortlichen dastehen, sich erstaunt die Augen reiben und ahnungslos geben. Egal ob es sich um die hier diskutierte wirtschaftliche Abhängigkeit, Umwelt, oder sonst was handelt.


    "Telling an atheist they're going to hell is as scary as a child telling an adult they're not getting any presents from Santa"

    -Ricky Gervais-


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    -Bernd Stromberg- :thumbsup:

  • Unter Politikern und der Wirtschaft ist der Zusammenhang meines Erachtens schon lange bekannt.

    Nur Normalbürger sind sich der Sache meiner Beobachtung nach weniger bewußt. Großprojekte wie das mit der neuen Seidenstraße, Sprech mal Deinen Nachbarn drauf an; hat der bestimmt weniger auf dem Schirm.

    Militärstützpunkte ist ja mal voll 70´er; heute kauft und pachtet man Häfen, finanziert Autobahnen und legt einen Kanal durch Mittelamerika. China hat schon lange mehrere Dutzend Staaten v.a. in Afrika und Zentralasien unter Kontrolle und massiver Abhängigkeit; treibt einen noch größeren Keil in die EU, noch mehr als Putin es überhaupt kann.


    Und weil wir alle so gebannt auf die neuesten geilsten Absatzzahlen und den Börsenkurs von BMW in China schauen, haben wir keinerlei Ahnung davon, was hinter unserem Rücken passiert. China macht sich afrikanische Staaten mit Resourcen von seltenenen Erden abhängig und wenn in 20 Jahren der Umschwung für völlig neue und klimafreundliche Industrieen kommen muß, hat China alles in der Hand und kann die Regeln bestimmen; für jeden, auch für die USA.

  • Die EU plant mit dem EU-Chips-Act ca. 45 Mrd. € in den Bau von vier „Megafabriken“ zur Halbleiterproduktion zu investieren. Die Standortstaaten sollen den Bau der Fabriken zu Projekten von Nationalem Interesse erklären und ggf. Umweltrichtlinien zeitweise lokal außer Kraft setzen, um einen schnellen Bau zu ermöglichen. Ziel soll es sein, dass Europa sich selbst mit Halbleitern und Mikrochips versorgen kann und gleichzeitig der Weltmärkte beliefert. Angestrebt wird eine Weltmarktproduktionsanteil von ca. 20%. Da man von einer Verdoppelung des Bedarfs ausgeht würde dies eine Vervierfachung der bisherigen europäischen Produktion bedeuten. Zum Vergleich: Die USA investieren bis zu 52 Mrd. Dollar in den Ausbau der Chip-Produktion, Südkorea investiert laut Planungen bis zu 450 Mrd. Dollar.


    EU steigt in Chip-Wettrennen ein


    Wie man 20% der Weltmarktproduktion erreichen will, wenn alleine Südkorea das Zehnfache in die Entwicklung seiner Chipindustrie steckt, verstehe ich allerdings nicht.

  • Wie man 20% der Weltmarktproduktion erreichen will, wenn alleine Südkorea das Zehnfache in die Entwicklung seiner Chipindustrie steckt, verstehe ich allerdings nicht.

    Na eben gar nicht. Man hat halt mal laut gebellt.

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    Solange du dich bemühst, andere zu beeindrucken, bist Du von dir selbst nicht überzeugt. Solange Du danach strebst, besser als andere zu sein, zweifelst Du an deinem eigenen Wert. Solange Du versuchst, dich größer zu machen, indem du andere kleiner machst, hegst Du Zweifel an deiner eigenen Größe. Wer in sich ruht, braucht niemandem etwas beweisen. Wer um seinen Wert weiß, braucht keine Bestätigung. Wer seine Größe kennt, lässt anderen die ihre.
    -Verfasser unbekannt

  • Einerseits muss man auf dem Gebiet was machen, andererseits, müssen wir wirklich hochprofitablen ausländischen Konzernen noch die Fabriken bezahlen? Intel meldet ein Rekordquartal nach dem anderen, die könnten sich ihre neuen Fabriken auch selbst leisten.


    Die einzigen anderen beiden Firmen, die Chips auf allerhöchsten Niveau produzieren können, sind TSMC und Samsung. Bei ersteren steckt die Verbindung zu Taiwan schon im Namen, letzteres ist eng mit der südkoreanischen Regierung verwoben.

    Südkorea stellt also 450Milliarden bereit, und für Taiwan ist TSMC von existenzieller Bedeutung, sehe da also auch eher geringe Chancen für Europa.

  • Es geht nicht darum, dass die Firmen sich es nicht selber leisten könnten. Sondern es geht darum, Anreize zu setzen, nach Europa zu kommen.


    Drüben in Asien haben sie ihre Infrastruktur schon aufgebaut, bei der EU müssten sie bei 0 beginnen - für was? Die EU sind so oder so Abnehmer von deren Chips.


    Daher muss man Anreize setzen.

  • Ich denke auch das wir, sollte es ernst gemeint sein mit der Unabhängigkeit von China/Asien, nicht umhin kommen entsprechende Produktionsstätten in Europa aufzubauen. Das gilt nicht nur für Chips und Halbleiter sondern besonders auch für Medikamente die ja inzwischen auch fast alle aus Asien kommen.


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  • Wie man 20% der Weltmarktproduktion erreichen will, wenn alleine Südkorea das Zehnfache in die Entwicklung seiner Chipindustrie steckt, verstehe ich allerdings nicht.

    Die 45 Mrd sind nur die erste öffentliche Zahl, es können ja noch nationale Steuererleichterungen und Subventionen mehr dazu kommen. Durch einfachere Verfahren wird es für Private Investoren einfacher und besser zu investieren. Und Investoren gibt es hier genug, allein die europäische Auto und Maschinenbau Industrie wird da ordentlich Geld reinbuttern. Auch die Änderung, dass Forschungsgelder anders verwendet werden dürfen, gibt Anreize, und hier und da mit ein zwei Zöllen drohen, macht was aus.


    Es ist ein ambitioniertes Ziel, aber im Gesamtpaket sind da sinnvolle Argumente drinnen, in Europa fängt man ja auch nicht unbedingt bei null an.

  • Außerdem sollte man immer mal die ganze Kette betrachten. Das niederländische Unternehmen ASML zusammen mit Carl Zeiss et al. bilden allein schon ein gutes Fundament in Europa, von dem TSMC, Samsung und Co. auch mehr oder weniger abhängig sind und worin auch von denen ordentlich investiert wurde: Deutscher Zukunftspreis: EUV-Technik für modernste Chips ausgezeichnet | heise online



    Zitat
    Trumpfs Hochleistungslaser und Zeiss' Spiegelsysteme kommen in den EUV-Belichtungsmaschinen des niederländischen Herstellers ASML zum Einsatz. ASML ist die bisher einzige Firma, die EUV-Lithografiesysteme an Chiphersteller wie Intel, Samsung und TSMC liefern kann. Zur Entwicklung der EUV-Technik hatten sich die genannten Chiphersteller mit Milliardensummen an ASML beteiligt.


    Klar, die bestehenden Giganten haben Anteile daran, aber hier gibt es für die Europäer keine Konkurrenz am Markt.

    Steam-Profil


    "When the world rots, we set it afire. For the sake of the next world. It's the one thing we do right, unlike those fools on the outside." - Corvian Settler (Dark Souls 3)

    "People are paying me to rob them." - Spiffing Brit playing M&B2

  • Es geht nicht darum, dass die Firmen sich es nicht selber leisten könnten. Sondern es geht darum, Anreize zu setzen, nach Europa zu kommen.


    Drüben in Asien haben sie ihre Infrastruktur schon aufgebaut, bei der EU müssten sie bei 0 beginnen - für was? Die EU sind so oder so Abnehmer von deren Chips.

    Schon klar. Aber erstens gibt es ja bestehende Infrastruktur in der EU und auch in Deutschland. Neben den bereits genannten unter anderem Silicon Saxony mit dem ehemaligen AMD-Werk bei Dresden.

    Sicherlich gibt es Potentiale und sinnvolle Ziele für Subventionen.


    Sehe ich aber im Fall von Intel (reite so sehr darauf rum, weil es das Beispiel aus dem Artikel ist, und ein mögliches Werk in Deutschland schon länger als Gerücht durch die Gegend wabert) nicht. Intel hat zwar immer wieder darüber gesprochen künftig auch als Auftragsfertiger aktiv zu werden, aber derzeit produziert Intel nur für Intel. Und lässt zusätzlich noch fremdfertigen. Die kommenden dedizierten GPUs von Intel werden bspw. bei TSMC produziert. Von daher glaube ich auch nicht, dass sich das kurz und mittelfristig ändert.


    Und wenn Intel jetzt in der hochsubventionierten europäischen Fab Chips fertigt, die zum Packaging nach Malaysia gehen, was genau hat die deutsche Automobilindustrie dann gewonnen? Und selbst wenn auch das Packaging in der EU erfolgt, dann gehen halt die fertigen Prozessoren nach Asien, wo die OEMs sitzen. Oder will man jetzt in der EU auch wieder PCs und Server selbst bauen? Ich sehe also einfach nicht, wie sich eine Milliardeninvestition von staatlicher Seite hier bezahlt machen würde. Natürlich würden Jobs geschaffen und indirekt würden auch Zulieferer und die generelle Region um das Werk profitieren. Aber an der Halbleiterversorgung der europäischen Firmen würde sich exakt nichts ändern.


    Ähnliches gilt für TSMC oder Samsung. Und eben weil dort die heimischen Regierungen so massive Unterstützung leisten, müsste Europa hier vermutlich in einem absurden Rahmen subventionieren. Wobei diese Firmen dann wenigstens als Auftragsfertiger für europäische Firmen fungieren könnten.

    Wenn man aber schon unbedingt etliche Milliarden in High-End-Prozesse versenken will, kann man sich doch schon fragen, ob man nicht gleich versucht als europäisches Gemeinschaftsprojekt eine wirklich eigene Produktion aufzubauen.


    Wie gesagt, in anderem Rahmen gibt es sicher viele sinnvolle Möglichkeiten für Förderungen. Es handelt sich auch nur bei einem Bruchteil der knappen Mikroelektronik wirklich um Produkte aus High-End-Prozessen.

  • Die EU hat Bürger dazu befragt was sie verbessern könnte. Gut ich hab zwar bis eben noch nie was davon gehört, also keine Ahnung wen die gefragt haben. Wenn man das als jemand der regelmäßig die Nachrichten verfolgt nicht mitbekommt, hat die EU in jedem Fall ein Kommunikationsproblem. Das letzte mal als ich mitbekommen habe, dass sich die EU für die Meinung ihrer Bürger interessiert war, als es um die Abschaffung der Zeitumstellung ging. Nunja wie das geendet hat wissen wir, nämlich gar nicht...


    Die Zukunft Europas: Konferenz endet mit Versprechen für Veränderungen | Aktuelles | Europäisches Parlament


    Aber ich will mich nicht zu sehr beklagen, das Ergebnis kann sich sehen lassen:

    Zitat

    Zu den Vorschlägen gehören Forderungen nach einem legislativen Initiativrecht des Europäischen Parlaments, nach der Abschaffung der Einstimmigkeit im Rat in der Außenpolitik, nach einem Recht aller EU-Bürger auf Gesundheitsversorgung, nach einer Umstellung der Energieerzeugung auf Energien aus erneuerbaren Quellen und nach einer Verbesserung der Bildung in Bezug auf Umweltfragen, digitale Technologien, soziale Kompetenzen und EU-Werte.


    Aber wenn die das jetzt in der selben Geschwindigkeit umsetzen wie das mit der Zeitumstellung, kann ich 100 Jahre alt werden ohne das zu erleben... :(

  • Beitrag von Robert23 ()

    Dieser Beitrag wurde von DarthFrankiboy aus folgendem Grund gelöscht: Spam ().

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