Die Weltwirtschafts- und Finanzkrise

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    • Die Weltwirtschafts- und Finanzkrise

      Das Thema ist ja zur Zeit sehr in den Medien, weil es seit geraumer Zeit enorm nach unten geht.

      Ich beobachte das nur aus der Distanz und Aktien habe ich selbst auch nicht, wie auch :huh: . Zur Zeit habe ich schon ein mulmiges Gefühl. Ist in der Masse so schon etwas beängstigend. Zum einem ausgelöst durch die US-Immobilienkrise und nun gepaart mit einer Rezessionsangst in den USA.

      Besonders viele Fonds scheinen zur Zeit auszusteigen. Diesen Dingern stehe ich eigentlich schon immer skeptisch gegenüber, da die den Aktienmarkt sehr aufgebläht haben. In der US-Filmindustrie hat man ja bei TV-Fonds auch von Dummy-Money gesprochen o.s.ä.. Was ich mich aber frage warum soviele Fonds jetzt aussteigen, brauchen die dringend Geld?

      Was man von den Amies halten soll, wegen der Immobilienkrise, die ihre Häuser belasten um ihren Konsumwahnsinn auszuleben, fragt man sich. Ist schon komisch das Verhalten, käme mir nicht in den Sinn.

      Edit pacjan: Neuer Threadtitel, der alte Titel war ein bisschen allgemein.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von pacjan ()

    • Anscheinend ist das Thema in den Medien ein wenig aufgepuscht worden. Die Einbrüche an den Börsen waren jetzt nicht so groß. Wahrscheinlich führte zum Teil gerade diese "Panikmache" zum Abrutschen der Aktienkurse.

      Auf der anderen Seite sollte man sowas aber nicht unterschätzen. Eine falsche Information zu einer ungünstigen Zeit und schon kann eine Lawine ins Rollen kommen. Man sollte sich immer das Beispiel der "new economy" vor Augen führen. Von heute auf morgen ist plötzlich ein kompletter Markt zusammen gebrochen und dies ist erst ein paar Jahre her. Bin jetzt auch kein Börsenexperte, aber anscheinend waren viele Firmen an der Börse total überbewertet, bis die Seifenblase dann platzte.

      Zwar befinden wir uns im Zeitalter der Globalisierung, dennoch ist unsere bzw. die europäische Wirtschaft nicht mehr so stark abhängig von den USA, wie es noch vor ein paar Jahren war. Kleinere und mittlere Krisen in den USA können wir in Europa noch gut verkraften. Man darf aber nie vergessen, dass dennoch auch mal bei solchen Krisen eine Lawine ins Rollen kommen kann.
    • Börsen, die noch ziemlich am amerikanischen Konsumverhalten kleben wie in China, Indien und Japan hat´s ja weit übler erwischt als uns in Europa. Die Gegensteuerung mit Senkung der Leitzinsen auf 3.5 % hat ja etwas für Beruhigung gesorgt, ist aber keine Lösung. Sollten die EZB bei 4.0% bleiben, was alle Volkswirte hier hoffen, wird der Euro wieder gegenüber dem Dollar steigern und der Export, von dem wir immer noch sehr abhängig sind, fallen. Bin ja auch kein Broker, aber im Moment sieht es so aus, man kann tun was, man will, es geht abwärts. Nicht so dramatisch wie in USA, aber ein wenig schon. Unsere schon ziemlich starke Wirtschaft, der Euro, ein solides Fundament, das nicht auf Krediten ausgebaut ist wie das in USA kann einiges abfedern.

      europäische Wirtschaft nicht mehr so stark abhängig von den USA, wie es noch vor ein paar Jahren war.

      Klar, wir ex - und importieren den Großteil innerhalb Europas und dann noch innerhalb des Euroraumes. Kolumbianische Drogenbosse sind auch schon auf den Euro umgestiegen, scheint ihnen sicherer zu sein als der Dollar. 8)
      Vokale sind schwul!
    • Ein Blick auf die Entwicklung des SMI (Swiss-Market-Index) seit 1998 zeigt in diesem Zusammenhang ein interessantes Bild:



      Verglichen mit der Baisse von 2003 sind wir also noch lange nicht im Tal angelangt. Dennoch sollte man die aktuelle Situation an der Börse ernst nehmen. Diese Panikabstürze haben zwar mit der real existierenden Wirtschaft nichts zu tun, sie sind jedoch dazu fähig, das gesamte wirtschaftliche System zu infizieren. Momentan sind es praktisch nur die Finanzsektoren, die so stark reagieren. Andere Wirtschaftsbereiche sind nach wie vor gesund und können gute Wachstumszahlen- und prognosen aufweisen (u.a. schmeisst die Pharmabranche in der Schweiz momentan mit Gewinnen und Wachstumsplänen nur so um sich).

      Achja: Guckt euch mal auf der Grafik den starken Einbruch im letzten Quartal 2001 an: Das war der Absturz nach 9/11...
      Je lay emprins – Karl der Kühne nach der Schlacht von Murten 1476
    • Heute hat der DAX bisher knapp 5% wieder gut gemacht. Die letzten Tage waren also eher ein kleines Zwischentief.

      @Alpi

      Das meinte ich unteranderem in meinem letzten Post. Ereignisse wie der 11.9. oder internationale Krisen zeigen immer wieder auf wie sensibel die Märkte sind. Wenn mal zwei oder drei dieser Krisen zeitgleich in Kombnation mit einem ungünstigen Zeitpunkt auftreten, kann die Weltwirtschaft schnell den Bach runter gehen.
    • Erinnert ihr euch noch an den Fall "Jürgen Schneider" aus den 90ern? Der Kerl hat doch die Deutsche Bank um ca. 5 Milliarden DM betrogen. Kommentar der Bank dazu: "Ist jetzt nicht schön, sind aber eh nur Peanuts!"

      Sowas sagt doch eigentlich alles. Schon in den Neuzigern spielten 5 Milliarden mehr oder weniger kaum eine Rolle. Dies wird sich heute auch nicht viel mehr gebessert haben.

      Typisches Beispiel ist doch, wenn am Ende des Jahres bei Behörden noch Geld im Budget ist und damit schnell noch unnützes Zeug in Mengen gekauft wird, damit zum nächsten Jahr der Etat nicht gekürzt wird.
    • Nick Leason und die Bearing Bank haben ja auch schon Kultstatus. Da wollte sich halt einer persönlich profilieren. Er war ja eher eine Durchschnittsnummer bei der Bank, hatte kaum Verantwortung und war auch relativ unbekannt, vielleicht wollte er auch nur seiner Freundin imponieren.

      Typisches Beispiel ist doch, wenn am Ende des Jahres bei Behörden noch Geld im Budget ist und damit schnell noch unnützes Zeug in Mengen gekauft wird, damit zum nächsten Jahr der Etat nicht gekürzt wird.

      Dieses "Problem" kenne ich auch. Jedes Jahr ab Oktober kommen Kunden auf mich zu und fragen nach Möglichkeiten, ihr Geld auszugeben, damit das Budget im Januar nicht gekürzt wird. Angeblich stehen in Bonner Tiefgaragen noch ganze Fuhrparks an BMWs und Mercedes, die vor Uhrzeiten angeschafft werden mußten, zusammen mit Paletten an frisch verschweißten C64-PCs, die logischerweise auch keine Abnehmer mehr finden, Öffentlicher Dienst eben. :D
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    • Alexios I. schrieb:

      Erinnert ihr euch noch an den Fall "Jürgen Schneider" aus den 90ern? Der Kerl hat doch die Deutsche Bank um ca. 5 Milliarden DM betrogen. Kommentar der Bank dazu: "Ist jetzt nicht schön, sind aber eh nur Peanuts!"

      Sowas sagt doch eigentlich alles. Schon in den Neuzigern spielten 5 Milliarden mehr oder weniger kaum eine Rolle. Dies wird sich heute auch nicht viel mehr gebessert haben.


      Im Gegenteil. Das Geld was in den letzten Tagen einen neuen Besitzer gefunden hat war ueberhaupt nichts wert. Diese ominoesen Milliarden, die da ueberall in der Presselandschaft "verdampfen, verschwinden und aufgefressen" werden, haben nie existiert. Es steht ja kein Wert dahinter ausser einer Schaetzung, Hoffnung oder kurz gesagt Spekulation.
      Wenn dein Auto in Flammen aufgeht, dann wurde ein real existierender Wert vernichtet.
      Wenn hingegen ein Makler kommt und der Meinung ist dein 10 Jahre altes Auto seie nicht 5.000€ sondern 10.000€ wert, so hat sich der Wert nur spekulativ erhoeht, da der Makler der Meinung ist einen Idioten finden zu koennen der fuer dein 10 Jahre altes Auto 10.000€ berappt.
      Sollte sich hingegen heraus stellen das dein Auto nur noch die Tankfuellung wert (steigt im Wert!) ist, so sind zwar 5.000€ an spekulativem Vermoegen verschwunden aber noch lange nicht dein Auto. Mit dem kannst du immer noch von A nach B gelangen.

      Wenn also den Banken derzeit ihr Spekulationsvermoegen in den Fingern zerrint weil kein realer Wert dahinter steht, so ist das Geheule natuerlich groß. Die haben naemlich mit spekulativem Vermoegen gezockt und besitzen das Auto am Ende der Kette nicht.
      ... auch gegen eine Welt von Feinden!
    • Im Gegenteil. Das Geld was in den letzten Tagen einen neuen Besitzer gefunden hat war ueberhaupt nichts wert. Diese ominoesen Milliarden, die da ueberall in der Presselandschaft "verdampfen, verschwinden und aufgefressen" werden, haben nie existiert. Es steht ja kein Wert dahinter ausser einer Schaetzung, Hoffnung oder kurz gesagt Spekulation

      Na ja, wert war das ganze schon etwas, nämlich 4,9 Mrd. Euro, aber ich verstehe schon was Du meinst. Es war ein spekulativer Wert, nix zu Anfassen wie das erwähnte Auto. Auf steigende oder fallende Kurse zu setzen kann ne Menge bringen, und wenn`s nur wie in diesem Fall 25,- € pro Punkt waren, man kann aber auch ne Menge verlieren. Nich Leason hatte sich ja damals bei den ersten spekulativen Verlusten, die sich "nur" auf einige 100.000 tausend Pfund beliefen auf weitaus riskantere Deals eingelassen, einfach nur um den Verlust aus dem Vorgängergeschäft wieder wett zu machen. Diese Spirale nach oben hat dann zum Crash geführt.

      Das ganze erinnert mich irgendwie an Pferdewetten. Man hat gewisse Insiderinformationen, mehr aber auch nicht, glaubt sich auf der Gewinnerseite und ein Zufall macht die Geschichte dann zunichte. Beim Pferderennen oder auch beim Fußball-Toto gibt`s eben auch die höchsten Quoten auf die aussichtslosen Kandidaten.
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    • Find ich auch nicht besonders. Dann gibt`s nur noch die beiden Großen und alle anderen gehen unter oder werden weggekauft. Wenn Unternehmen wie Microsoft / Yahoo und Google 80% des Marktes beherrschen, sollte das eigentlich ein Fall für die Kartellbehörde werden, kleinere Firmen müßten sich dann Nischen suchen, in denen die beiden Großen nicht oder nur sehr wenig aktiv sind oder das Feld gleich den beiden überlassen.
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    • Bankenkrise

      Verfolgt eigentlich einer die Bankenkrise, die auch nach Europa rübergeschwapt ist? Kenn mich leider in der Materie zu wenig aus, aber irgendwie ist es schon beunruihgend, wenn immer mehr Banken in die Schieflage kommen.

      Die Politik hält sich auch eher zurück bzw. versucht zu beruhigen. WIe sollte es auch anders ein, wenn man zugeben würde, dass man in eine Krise rutschen könnte, dann könnte so eine Aussage die Krise auslösen, indem unser Finanzsystem wie ein Kartenhaus zusammen bricht.
    • Die bayerische Landesbank hat ja 4 Mrd. verzockt und Finanzminister Huber kommt jetzt mächtig in Erlärungsnot. Und das beste: die Bürger sollen für die Schulden aufkommen, na klasse. Da macht man mal wieder richtig Werbung für die anstehenden Landtagswahlen. Nichts neues: die Banken schieben über Kredite Milliarden ein und wenn das Spiel nicht so läuft, wie man es sich vorstellt und so mancher Manager mal wieder zu gierig war und sich verspekuliert hat, sollen`s die armen Bürger wieder richten.
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    • Aber sind die Landesbanken nicht im Besitz des jeweiligen Bundeslandes. Von daher müssen es ja Steuergelder sein um die Karre aus den Dreck zu ziehen oder man lässt das ganze Vehikel vor die Hunde gehen.

      Ich frage mich manchmal was für unfähiges Personal bei den Banken da arbeitet. Es muss doch Anzeichen gegeben haben.

      Fakt ist doch, ein unbegrenztes Wachstum ist nicht möglich, von daher knallts irgendwann gewaltig.
    • Die Banken sind in Besitz der jeweiligen Ländern, stimmt. Aber genauso wie die Pleite der sächsischen LB, der West LB und nun der bayerischen LB. Werden Gewinne erwirtschaftet, sieht man als Bürger nichts davon, die Verluste sollen dann aber über Steuern wieder ausgeglichen werden.

      Ich denke, es liegt nicht an dem Wunsch nach Wachstum an sich, sondern an der Geschwindigkeit, mit der er vollzogen werden soll. Die Geschäfte, die profitable Gewinne versprechen, werden immer riskanter. Investitionen in dubiose Fonds oder Put-Optionen bringen nun mal mehr Rendite als eine Anlage auf einem Sparbuch. Wenn eine Gesellschaft, wie die US-amerikanische beispielsweise, nur auf Pump lebt, muß das ganze irgendwann einmal crashen. Die Kredite steigen in schwindelerregende Höhen und wie man letztens gesehen hat, reichen Gerüchte über eine sinkende Kaufkraft der amerikanischen Bürger aus und der Zug kommt in`s Rollen, die Börsen machen Verluste. Eigentlich ist es ja noch nicht einmal ein "reeller Rückgang" der Kaufkraft, ist ja alles durch Anleihen finanziert. Das Perverse an der Sache ist doch, daß weniger Kredite aufgenommen werden, der Duchschnittsbürger besitzt das Geld ja überhaupt nicht.
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    • Selbst, wenn das Wachstum langsam voran geht wird irgendwann Schluß damit sein. Solche Probleme, wie die Bankenkrise, sind eine Sache der Marktwirtschaft. Warte mal ab was passiert, wenn die ersten Rohstoffe dahin sind. Was das Finanzsystem dann macht.
    • Das Problem ist doch nur, dass die Landesbanken höchstwahrscheinlich noch höhere Risiken als Privatbanken eingehen, warum, im Gegensatz zu den privaten Bankhäusern zahlt ja der Steuerzahler im Fall der Fälle den Ausfall. Euer Hubert hat von der angespannten Finanzlage seit Monaten gewusst, getan hat er nichts. Er ist ja auch nur ein armer, kleiner Finanzminister, ein wenig hoffe ich ja schon auf die SPD, die Grünen und vorallem die Linke bei den nächsten bayrischen Landtagswahlen. Das man Stoiber abgesägt hat, wird der CSU noch zum Verhängnis.