Die CDU / CSU

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    • Der Mann müsste ja blind und taub gewesen sein wenn er von der Praxis nichts mitbekommen hätte, also entweder gefährlich inkompetent oder korrupt :rolleyes:
      Hier gibts die Preise, für günstige 22.000€ wird man Platin Sponsor: wdr.de/themen/politik/parteien…sorentermine/100222.jhtml
      Die Praxis scheint auch noch auf eine Zeit zurückzugehen bevor Rüttgers überhaupt Ministerpräsident war, damals war es mit 14000€ dann auch erheblich billiger.

      Hach ja, in der guten alten Zeit wäre so jemand öffentlich und bei lebendigem Leib gebraten worden, solche Sitten wünsche ich mir langsam Parteiübergreifend immer mehr zurück :rolleyes:
    • Monguntiacum schrieb:

      Allerdings zeigte ja die großen Experimentierphasen der Menschheit dass faschistische Dikaturen, Sozialismus und Monarchien genau so korrumpiert waren ...

      Und Du meinst die Experimentierphase sei zu Ende?
      Wer weiß ob man nicht eines Tages unser parlamentarisches System und den Handel mir Geld belächelt. Dann werden die, die "das kleinst Übel" ausgerufen und propagandiert haben als die "ewig Gestrigen" da stehen, wie einst die Royalisten.
      „Das Geld ist der allgemeine, für sich selbst konstruierte Wert aller Dinge. Es hat daher die ganze Welt, die Menschheit wie die Natur, ihres eigentümlichen Wertes beraubt.
      Das Geld ist das den Menschen entfremdete Wesen seiner Arbeit und seines Daseins, und dieses fremde Wesen beherrscht ihn, und er betet es an."
      Karl Marx.
    • Das kommt.
      So wie der Replikator erfunden ist.
      „Das Geld ist der allgemeine, für sich selbst konstruierte Wert aller Dinge. Es hat daher die ganze Welt, die Menschheit wie die Natur, ihres eigentümlichen Wertes beraubt.
      Das Geld ist das den Menschen entfremdete Wesen seiner Arbeit und seines Daseins, und dieses fremde Wesen beherrscht ihn, und er betet es an."
      Karl Marx.
    • Ich denke mal, dass das Thema auch die CSU beinhaltet.

      Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, gab es um die am vergangenen Mittwoch auf dem Nockerberg gehaltene Fastenpredigt wiederum einen Eklat. Westerwelle wurde mit dem Aufseher eines Arbeits-/Konzentrationslagers verglichen und zickt seitdem wieder einmal durch die Gegend (für frühere Zickereien siehe hier), die bayerische Polizei und der ihr vorgesetzte Innenminister bekamen ihr Fett ab - einige CSUler erhielten damit einen Grund die Veranstaltung zu boykottieren (und sich somit nicht mehr der Kritik an ihrer Person ausgesetzt zu sehen) und der Parteisender der CSU... der bayerische Regierungssender ... ich meine natürlich: der bayerische Rundfunk zensiert ... schneidet aus Gründen der Längenanpassung beide Stellen aus der Wiederholung der Sendung.
      Um diese Stellen dennoch dem interessierten Zuschauer zugänglich zu machen, hier nochmal beide Videos auf Youtube:
      Westerwelle-Vergleich
      Polizei
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      And before he died, Taran-Ish had scrawled upon the altar of chrysolite with coarse shaky strokes the sign of DOOM.
    • Naja wundert mich eigentlich, dass sich da nicht mehr Leute aufgeregt haben. Sobald man in Deutschland einen Vergleich mit KZ zieht, laufen normalerweise gleich alle Sturm.
      "Ist ja eine Verharmlosung Sondergleichen etc.pp."

      Aber ich kann die Politiker nicht verstehn. Wenn sie verarscht werden, müssen sie da drüber stehn und von mir aus gute Miene zu bösem Spiel machen. Aber sich hinterher (oder währenddessen) zu echauffieren bringt einfach nichts...
    • Hat irgendjemand die Rede vom Nockerberg mit der entsprechenden Stelle schon gesehen? Ich würde mir das gerne mal im Original anhören.
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

      Lingua Tertii Imperii - Notizbuch eines Philologen
    • Danke! Nun konnte ich sie mir ja doch mal ansehen. Naja, das schlimmste an den Beiträgen finde ich eigentlich nur, dass sie nicht witzig sind. Das ist für nen Komiker ja eigentlich schon Strafe genug. Da finde ich die Witze aus "der Anstalt" wesentlich gelungener.
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
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    • Debatte um Missbrauch von Kindern



      Sehr interessant fand ich diesen Artikel. Hier befinde ich mich ausnahmsweise mal voll und ganz auf Seiten der FDP-Ministerin. Es ist schon erstaunlich: Vor wenigen Monaten noch, konnte es der CDU/CSU gar nicht weit genug gehen, bei der Zensur des Internets in Sachen Kinderpornographie. Sogar von "Zensursula" war die Rede und die Piratenpartei lebte davon. Nun - da es nicht ("nur") um Kinderpornographie, sondern um massenhafte Vergewaltigungs- und Missbrauchsvorwürfe vor allem in der Katholischen Kirche geht, spielt das alles offenbar nur noch eine untergeordnete Rolle. Es geht nicht in erster Linie um Lückenlose Aufklärung und Verhinderung sondern darum, dass die "Institution Kirche" nicht beschädigt werde. Das ausgerechnet ein Norbert Geis hier wieder hervortritt, der sonst nur durch Bemerkungen wie "Homosexuelle sind krank und pervers" in Erscheinung tritt, ist nicht wirklich verwunderlich. Traurig nur, dass solche Typen für die CSU noch im Bundestag sitzen.

      Gestern konnte ich noch bei Maischberger eine interessante Diskussion hierzu verfolgen. Der dortige Weihbischof sprach wörtlich davon, dass die entsprechenden Geistlichen (also die Täter) in eine "Falle getappt seien". - Das soll übersetzt wohl heißen, dass die Täter selber Opfer seien.

      Wenig später äußerte sich dann eine gewisse Frau Kuby, die als katholische Autorin vorgestellt wurde, dahingehend, dass die "wunderbare und fröhliche Botschaft" der Kirche durch diese Vorgänge beschmutzt würde und sie "mit der Kirche trauere". Verantwortlich sei aber wohl vor allem die Gesellschaft und ganz vor an die 68er, die mit ihrer sexuellen Revolution jegliche Schranken aufgehoben hätten. Die neuesten Missbrauchsfälle würden jetzt doch nur von Interessengruppen wie den Grünen oder Homosexuellenverbänden dazu genutzt um die Kirche und "ihre frohe Botschaft" dauerhaft zu beschädigen. Immerhin gäbe es ja jetzt auch schon staatliche Aufklärungsbücher für die Schule, in denen der Anus als Sexualorgan bezeichnet würde. Da müsse man sich ja nun wirklich nicht wundern.




      Ich sage dazu nur: Ich könnte KOTZEN, wenn ich solche unverschämten Ablenkungsmanöver höre! Nicht genug dessen, dass die Kirche jahrelang die Fälle vertuscht und rechtswidrig nicht zur Anzeige gebracht hat, dass sie die Opfer alleine gelassen, mundtot gemacht und die Täter sogar weiterhin auf Kinder losgelassen hat, nein - das alles ist noch nicht genug: JETZT versucht man auch noch auf dem Rücken der Opfer POLITIK zu machen und die "Uhr" der gesellschaftlichen Entwicklung zurückzudrehen. Und zwar im eigenen Sinne. DAS IST WIRKLICH DER GIPFEL!

      Man sollte der katholischen Kirche vollkommen das Recht an der Kindererziehung entziehen. Zumindest sollte man die kirchlichen Schulen soweit unter staatliche Verwaltung stellen, dass der Staat in jedem Fall das letzte Wort hat. Es kann nicht sein, dass die Kirche heute noch "private" Schulen führt und selber über die Einstellung von Lehrern, die Aufnahme von Schülern und die Fächerzusammensetzung beim Unterricht entscheidet.

      Und es kann erst recht nicht sein, dass die Kirche Fälle die im Strafgesetzbuch stehen, intern lösen kann und darf, ohne dabei die Staatsanwaltschaft zu informieren. Wo leben wir den eigentlich?
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      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

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    • JohnOlt schrieb:

      Naja, das schlimmste an den Beiträgen finde ich eigentlich nur, dass sie nicht witzig sind. Das ist für nen Komiker ja eigentlich schon Strafe genug. Da finde ich die Witze aus "der Anstalt" wesentlich gelungener.


      Das sind ja auch keine Einzelbeiträge, sondern Teile der Gesamtrede. Und die muss auch nicht witzig sein, da es sich ja um Derblecken handelt, dessen Grenzen zu direkten Spott mitunter verschwindend gering sind.
      Inhaltlich hängt es natürlich auch mit dem Schreiber zusammen wie "witzig" die Rede wird, und natürlich auch von dem Kenntnis über die Vorfälle - der Bezug auf Jennerwein kann da mitunter schon als starkes Stück gewertet werden - vor allem, wenn man den Vorfall kennt.

      Allerdings scheint es auch eine Tendenz zu sein, dass die Politiker gegenüber solchen Dingen immer dünnhäutiger werden.

      sondern um massenhafte Vergewaltigungs- und Missbrauchsvorwürfe vor allem in der Katholischen Kirche geht

      Zumindest der Missbrauchsvorwurf kann sich ganz schnell zu einem Selbstläufer entwickeln, der dann nicht nur auf die katholische Kirche beschränkt bleiben wird, sondern generell auf die damalige "Pädagogik" ausgeweitet werden sollte. Denn was damals so Gang und Gebe war ist aus heutiger Sicht natürlich nicht tragbar. Das Problem ist nur, dass die damals Verantwortlichen in ihren Gemeinden ein derart hohes Ansehen besitzen, dass es nahezu unwahrscheinlich ist, dass da großartige Konsequenzen erfolgen. Ist ähnlich wie mit der Aufarbeitung nationalsozialistischer Vergangenheit auf kommunaler Ebene.
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      And before he died, Taran-Ish had scrawled upon the altar of chrysolite with coarse shaky strokes the sign of DOOM.
    • JohnOlt schrieb:


      Man sollte der katholischen Kirche vollkommen das Recht an der Kindererziehung entziehen. Zumindest sollte man die kirchlichen Schulen soweit unter staatliche Verwaltung stellen, dass der Staat in jedem Fall das letzte Wort hat. Es kann nicht sein, dass die Kirche heute noch "private" Schulen führt und selber über die Einstellung von Lehrern, die Aufnahme von Schülern und die Fächerzusammensetzung beim Unterricht entscheidet.


      Dann müssten aber auch allen anderen pädagogischen Einrichtungen und Internate die Rechte an der Kindererziehung entzogen werden, da Missbrauch und dergleich erwiesenermaßen in der katholischen Kirche (trotz Zölibat) nicht häufiger vorkommt als bei "normalen" Menschen.

      Ohne den Opfern zu wenig Mitleid zollen zu wollen, kann ich mir ausserdem gut vorstellen, dass es auch eine Menge Trittbrettfahrer gibt die auf der Anklagenwelle mitreiten wollen.
      [SuSR] König von Norwegen | [TAD] König von Rohan
    • Ich habe nichts dagegen einzuwenden, wenn man die Rechte von Privatschulen stark einschränkt. Es kann einfach nicht sein, dass sich die Kirche zu 8% an den Kosten einer Schule beteiligt und dann einfach ALLES mitzubestimmen hat. Ich habe selbst an einem katholischen Klostergymnasium gelernt. Wir waren verpflichtet bis in die 10. Klasse Religion zu belegen. Wir hatten keinen einzigen Muslimen an unserer Schule. Die Schüler mussten zu 75% katholisch und zu 100% christlich sein! Lehrer durften sich nicht scheiden lassen und dann wieder heiraten. Auch staatlich nicht. Das hätte die Kündigung zur Folge. Eine Freundin von mir macht Kindergärtnerin. Die wurde nur eingestellt, weil sie bereit war von der evangelischen zur katholischen Kirche überzutreten. Und das obwohl sie die mit Abstand besten Zeugnisse hatte. Sowas geht mir einfach VIEL zu weit. Insbesondere dann, wenn der Staat 92% der Kosten zu tragen hat.

      Dann müssten aber auch allen anderen pädagogischen Einrichtungen und Internate die Rechte an der Kindererziehung entzogen werden, da Missbrauch und dergleich erwiesenermaßen in der katholischen Kirche (trotz Zölibat) nicht häufiger vorkommt als bei "normalen" Menschen.

      Diese Behauptung hört man in letzter Zeit fast überall. Gibt es dafür konkrete Belege bzw. Studien die das wissenschaftlich untermauern können? Für mich wirkt das ehrlich gesagt immer wie eine Schutzbehauptung der katholischen Kirche, solange ich diese Belege nicht vorgelegt bekomme. Es ist für mich mehr als einleuchtend, dass das Zölibat, das Männer zwingt ihre Sexualität zwanghaft zu unterdrücken entweder diese Männer überfordert und dann zu solchen Ausbrüchen führt, oder aber von vorne herein entsprechend veranlagte Männer verstärkt anzieht, die so hoffen ihre dunklen Triebe unbemerkt unterdrücken zu können, dann aber doch scheitern. Wer geht schon gerne in Therapie, weil er auf Kinder steht? Dann doch lieber katholischer Priester werden und sich eine Menge Ärger ersparen?
      Es mag sein, dass es in anderen Bereichen auch sexuellen Missbrauch gibt, bestes Beispiel Odenwaldschule, aber er tritt in der katholischen Kirche sehr wohl gehäuft auf. Das sieht man in Österreich, den USA, Irland und jetzt bei uns. In 20 !!! Bistümern von insgesamt 27 Bistümern in Deutschland kam es bisher zu sexuellem Missbrauch. Das schlimmste ist aber noch nicht mal der Missbrauch selbst, sondern die systematische Vertuschung dieser Vorfälle! Es wird doch NICHTS ohne öffentlichen Druck zugegeben. Lieber schüchterte man die Opfer ein und ließ die Täter weitermachen.

      Das die Kirche jetzt auch noch so oft davon spricht man würde sich auf sie einschießen, ist doch geradezu grotesk angesichts dieser Faktenlage. Das ist eine Umkehrung der Täter-Opfer-Rolle. Und noch viel schlimmer ist, dass die Kirche immer noch meint selber die Sachen aufklären zu können. Das gehört vor den Staatsanwalt und basta! Der Vatikan hat das NICHTS SELBER aufzuklären. Alles andere würde heißen, dass man "den Täter" bzw. Mitverantwortlichen zum Richter macht. - Ich glaube nur, dass genau das die Kirche möchte. Jetzt macht man das große Mea Culpa und in zwei Monaten soll sich der Mantel des Schweigens darüber legen. Jede Wette darauf.

      Man gehe nur mal auf folgende Website der Katholischen Kirche: Da läuft JETZT schon das Thema Missbrauch unter "ferner liefen" irgendwo rechts am Rand. Der "Fastenkalender 2010" ist da anscheinend wesentlich wichtiger...

      Bin mal sehr gespannt, was heute die Sendung bei Maybritt Illner zu dem Thema besteuern wird.

      Übrigens: Vor kurzem ist in der evangelischen Kirche die leitende Bischöfin zurückgetreten, weil sie etwas über den Durst getrunken hat und dann Auto gefahren ist. In der katholischen Kirche gibt es inzwischen massenhaft Fälle von Kindesmissbrauch und Vertuschung. Wo bleiben die Rücktritte?
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      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

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    • Koalition irritiert europäische Nachbarn

      Langsam ist es echt nicht mehr lustig. Was macht diese Regierung bloß. Das hätte man sich ja nicht träumen lassen. Selbst als Sozi nicht, der noch nie ein Fan dieser Parteien war. Aber früher konnten sie wenigstens noch einigermaßen regieren. Heute klappt ja nicht mal die interne Absprache!
      "Es kann ziemlich frustrierend sein" - Koalition irritert europäische Nachbarn
      Der Streit zwischen Union und FDP nimmt kein Ende. Dagegen war Schwarz-Rot Harmonie pur. Europa jedenfalls ist beunruhigt und behält die deutschen Koalitionäre ganz genau im Auge.

      Die Querelen in der schwarz-gelben Koalition irritieren zunehmend die europäischen Nachbarländer. Ob Griechenland-Krise, Agrarpolitik oder Türkei-Frage: die Deutschen gelten knapp fünf Monate nach dem Regierungswechsel als schwer einschätzbar und wankelmütig. In den europäischen Hauptstädten wird dies mit Argwohn goutiert. Zudem spotten internationale Medien über die Zögerlichkeit der wichtigsten europäischen Industrienation. Aufsehen erregte vor wenigen Tagen das renommierte US-Magazin "Newsweek", das Kanzlerin Angela Merkel auf ihrer Titelseite Führungsschwäche vorwarf und sie als "Slow-Motion Merkel" bezeichnete.

      "Wir müssen die komplexe politische Situation in Deutschland genau im Auge behalten", tat unlängst der französische Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire kund. Der Deutschlandexperte beklagt, die Positionen des Nachbarlandes seien manchmal schwer zu definieren. Die Ursache sieht er vor allem bei der FDP, die ihren Einfluss geltend machen wolle. Le Maire rechnet damit, dass es in Verhandlungen auf mehreren Feldern künftig schwieriger werden wird. "Deutschland hat jetzt eine politische Landschaft, die mehr dem Wettbewerb zugeneigt ist als früher."
      "Es ist nicht gerade einfacher geworden"

      Auch ein anderer ranghoher Vertreter der französischen Regierung betont, die Dinge seien komplizierter geworden. Als Grund macht er neben der FDP die Attacken der CSU aus, die das Unionslager oftmals spalteten. "Wenn man glaubt, dass etwas auf höchstem Level vereinbart wurde, stellt man fest, dass wieder etwas von einem Minister oder Koalitionspartner untergraben wurde." Das viel stärker zentralistisch ausgerichtete französische System mit einem starken Präsidenten stehe im Gegensatz dazu. "Vor diesem Hintergrund kann es ziemlich frustrierend sein, mit der deutschen Seite zu verhandeln." Vor allem Merkel agiere sehr vorsichtig. "Es fällt auf, dass es nicht gerade einfacher geworden ist."

      Auch bei der EU hat man dies gerade in letzter Zeit erfahren. Die Debatte in der Koalition etwa zur Situation in Griechenland werde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, berichtet ein ranghoher EU-Vertreter. Die Kakophonie in Berlin habe Irritationen nicht nur an den Märkten, sondern auch in Brüssel darüber ausgelöst, ob die deutsche Regierung in der Lage sein werde, sich auf Griechenlandhilfen zu einigen. So fand sich die Kanzlerin beim jüngsten EU-Gipfel in der Zwickmühle, bei möglichen Hilfen für das strauchelnde Euro-Land nicht als Bremserin dazustehen, musste sich zugleich aber der Ablehnung der Liberalen stellen, deutsche Steuergelder nach Athen zu überweisen.
      Schwarz-Gelb gespaltener als Schwarz-Rot

      Katinka Barysch, die Vizedirektorin des Londoner Centre for European Reform, hat festgestellt, dass die schwarz-gelbe Koalition viel gespaltener auftritt als die schwarz-rote Vorgängerregierung. Die FDP und in gewissem Maße auch die CSU wollten ihre Unterschiede zur CDU deutlich machen, um bei den nächsten Wahlen zu überleben. Westerwelle habe beobachtet, wie die SPD in der Vorgängerregierung ihr Profil verloren habe, was bei der Bundestagswahl schließlich zum Desaster führte. Am Ende habe Merkel in der großen Koalition die Lorbeeren eingeheimst. Westerwelle wolle nicht in der Konsenspolitik untergehen.

      In der Tat hat Westerwelle den Absturz der SPD vor Augen, die von Merkel kleinregiert wurde. Er selbst wolle sich den Schneid nicht abkaufen lassen, heißt es aus der Parteispitze. Und die sinkende Zustimmung in den Umfragen erhöht den Druck, die eigene Handschrift stärker herauszustellen. Auch die CSU muss sich profilieren, und tut dies vor allem durch Attacken gegen die Liberalen.
      Unrühmliches Schauspiel

      Ein unrühmliches Schauspiel boten CSU und FDP im Januar vor internationalem Publikum. Außenminister Westerwelle befand sich zum Antrittsbesuch in der Türkei. Zeitgleich forderte die CSU in Wildbad Kreuth den Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit dem Land und warnte Westerwelle vor Geheimabsprachen mit Ankara. Der Minister sah seine Autorität gefährdet und betonte auf Nachfrage türkischer Journalisten, Verträge müssten eingehalten werden. Er bezog sich damit auf die Vereinbarung in der Koalition, wonach die Beitrittsgespräche mit offenem Ende fortgeführt werden sollen.

      Doch auch wenn das Bild der Regierung im In- und Ausland teils verheerend ausfällt, ein Aus für die Koalition vor Ende der Wahlperiode ist eher unwahrscheinlich. "Ich bin überzeugt, dass die Koalition durchhalten wird", sagt der Politikwissenschaftler Gerd Langguth. Die Alternative wäre nur eine große Koalition, die aber auch die stark angeschlagene SPD letztlich nicht wollen könne, weil sie deren Erholung gefährden würde. Für die FDP ist die Union ohnehin das einzige Vehikel zur Macht.


      Im Original
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

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    • Roland Koch tritt von allen seinen Ämtern zurück!

      Roland Koch zieht sich aus der Politik zurück. Wenn das mal nichts mit seinem indirekten Angriff auf die Politikziele Merkels zu tun hat. Sein Vorschlag bei Bildung zu sparen kam wohl nicht gut an in Berlin. Erstaunlich wie schnell Merkel Köpfe rollen lassen kann ohne dabei selbst in den Vordergrund zu treten. Damit dürften Mappus und Co. erstmal leiser werden. Krass was in der CDU so abgeht momentan. Jedenfalls ist damit der konservative Flügel um eine echte Prominenz ärmer.
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

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    • Mmh, weiß nicht, ob ich mich darüber freuen soll oder nicht.
      Zum einen ist es schön, dass der endlich weg ist, andereseits ist es beängstigenden, wie lang die Liste von Angies "Opfern" wird.
      Die Frau versteht keinen Spaß und jeder der ihr innerhalb der Partei im Weg steht, wird entsorgt und egal wie mies ihr Führungsstil ist, ist sie trotzdem erfolgreich. Sie scheint das System perfektioniert zu haben.
    • Ja, aber wie macht man das so einfach? Wie kriegt man einen etablierten Ministerpräsidenten wie Koch, der ja eigentlich mit allen Wasser gewaschen ist, so einfach zur Aufgabe aller seiner Ämter? Das ist doch erstaunlich.

      12:30 Uhr Pressekonferenz in der Staatskanzlei. Dann wissen wir wohl mehr.
      "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten."
      Otto Wels, Reichstagsrede vom 23.März 1933.

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von JohnOlt ()

    • Anscheined werden wir ihn garnicht mehr sehen. Es sei denn, die Katze läßt das Mausen nicht. Er zieht sich von allen politischen Ämtern zurück und diese Entscheidung würde schon seit einem Jahr stehen.

      Welch ein Verlust für die SPD :thumbsup: Roland Koch war einer ihrer besten Wahlkämpfer :roba:


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