Russland und die ehemaligen Staaten des Ostblocks

  • Du musst das mal nüchtern sehen, wieso sollte die Rüstungsindustrie, welche ja privatwirtschaftlich ist, große Produktionskapazitäten inklusive Personal für schwere Waffen vorhalten wenn die inländische Nachfrage seit Jahrzehnten gering ist und ins Ausland nur bedingt schwere Waffen verkauft werden dürfen.

    Das ist mir auch klar. Genau das geht mir ja schon seit Jahren auf den Kranz. In einem Krieg, indem Deutchland hohe Produktionskapazitäten zur Wartung, Instandsetzung und Ersetzung beschädigter Ausfälle bräuchte, stünden wir quasi blank da. Mal abgesehen davon, dass Deutschland gemessen an seiner Größe und Bedeutung ohnehin lächerlich wenig Kampfpanzer unterhält. Jetzt müssen aber noch die Verbündeten ausgerüstet und dann im Kriegsfall eben auch gewartet und versorgt werden. Ich habe derzeit nicht den Eindruck, dass die Bundesregierung viele Planungskapazitäten darauf verwendet, wie langfristig die Panzer-, Waffen- und Munitionsproduktion und Instandsetzung deutlich hochgefahren werden kann, um den neuen Gegebenheiten angepasst zu werden. Meiner Meinung nach müssten ganz neue Produktionsstandorte für die Produktion u.a. des Leopard 2 usw. zusätzlich hochgezogen werden. Gerne auch in Ostdeutschland. Höre ich nur so gar nix von.


    Am Ende vertrödelt Deutschland das und die USA oder Frankreich füllen die Lücken. Jedenfalls im Ausland.

  • Deutschland wird, egal wie es ausgeht, sehr viel Reputation verlieren.

    Zum einen beklagen WIR uns darüber das die Ungarn das Ölembargo nicht mitmachen. Verdammte Axt, dann machen wir es halt alleine, das würde viele andere Länder der EU mit reinziehen.

    Amacon und Co können dann nicht mehr erklären warum Sie das nicht tun.

    Gasimporte dasselbe, wir sind in Europa nunmal Player 1, endlich mal zeigen wäre angebracht.


    Waffenlieferungen: Laut Industrie und Herr Kiesewetter stehen 100 Marder und 100 Leos 1 auf Halde bei der Industrie und man wartet seit 2 Monaten auf deren Freigabe durch das Kanzleramt. Wahrscheinlich wird die nie kommen, da Putins SPD ja da das sagen hat.

    Wo ist den noch ein Unterschied zwischen diesen Waffen und der PzH2000, welche geliefert wird?

    Wir versprechen Gepard Panzer, bis die ankommen ist der Donbass gefallen, und dann haben wir ein Waffensxstem versprochen das zu den kompliziertesten gehört und die da oben WUßTEN das keine Munition dafür da ist.


    Die Industrie braucht jetzt endlich die Freigabe und Bestätigung das man Aufrüstet und zwar richtig.

    Habe was gelesen, vor Jahren, das man um Bundesverteidigung und NATO Unterstützung zu stemmen man folgendes braucht:


    800 modernste Leo's

    600 PzH 2000

    4500 Marder/Puma

    Raketenwerfer usw...

    500 Eurofighter

    150 Transportflieger


    Wir machen allerdings gar nix.

    Hier könnten wir komplett Europa und NATO ausstatten, auf Jahrzehnte Arbeitsplätze und Steuern im Land schaffen und Aggressoren auf diese Feuerkraft hinweisen.

    Alleine dadurch würde Deutschland zur Waffenschmiede der NATO, da kann ich mir schlimmere Dinge vorstellen.


    Warum schicket Putins SPD nicht einfach eine Beileidskarte an die Ukraine? Sogar das wäre mehr als unser Kanzler momentan für dieses arme Volk tut.


    Ich hätte niemals gedacht das nochmals zu schreiben, ich wünsche mir eine Bundesregierung mit Schmidt an der Spitze, Genscher für Aussenpolitik, Brandt für das innere und Strauß für Verteidigung und Kohl für Finanzen, da hätten wir jetzt nicht das Verteidigungsproblen und würden ernstgenommen werden.

    Außerdem wären das Typen der klaren Worte, Interviews wären sicher lesenswerter.

  • Waffenlieferungen: Laut Industrie und Herr Kiesewetter stehen 100 Marder und 100 Leos 1 auf Halde bei der Industrie und man wartet seit 2 Monaten auf deren Freigabe durch das Kanzleramt. Wahrscheinlich wird die nie kommen, da Putins SPD ja da das sagen hat.

    Ich bin ja generell skeptisch gegenüber Waffenlieferungen, weil diese Waffen am Ende den Russen in die Hände fallen werden. Kann man politisch anderer Meinung sein, ist in Ordnung.


    Jetzt sollten allerdings vernünftige Waffen geliefert werden. Ich empfand diese sagenumwobene Strela Lieferung bereits als frech und eine Lieferung von Leopard 1 Panzern halte ich moralisch betrachtet für äußerst fragwürdig. Das sind doch sichere Todesfallen für die Besatzungen.

  • Ich bin ja generell skeptisch gegenüber Waffenlieferungen, weil diese Waffen am Ende den Russen in die Hände fallen werden. Kann man politisch anderer Meinung sein, ist in Ordnung.

    Du gehst von einem Sieg Russlands aus?

  • Das problem ist halt, dass die alternative eine potentiell massive Hungersnot in weiten Teilen Afrikas ist, welche jetzt schon massive Probleme durch steigende Getreidepreise haben. Daher ergibt die Idee durchaus Sinn.

    "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
    aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."
    - Albert Einstein


    "Kirche und Naturwissenschaften haben soviel miteinander zu tun wie Gruppensex und Bratkartofflen"
    -Werner Gruber

  • Das problem ist halt, dass die alternative eine potentiell massive Hungersnot in weiten Teilen Afrikas ist, welche jetzt schon massive Probleme durch steigende Getreidepreise haben. Daher ergibt die Idee durchaus Sinn.

    Sollten das ägyptische Schiffe machen vielleicht. Sind es britische Schiffe, stehen wir damit unmittelbar vor einer direkten militärischen Auseinandersetzung Großbritanniens mit Russland. Kannst du sagen, wie Russland reagiert, wenn es diese verliert? Oder GB?


    Und was ist, wenn Russland den Zugang zum Hafen Odessa bereits vermint hat?


    Weiß nicht, klingt erstmal nach nem Husarenstück. Wenn es solche Überlegungen gibt, muss die Verzweiflung groß sein. So langsam denke ich ernsthaft darüber nach, doch mal meine Nudel- und Reisvorräte usw. etwas aufzustocken für 2023.


    Habeck appelliert: «Verbrauch von Lebensmitteln reduzieren» - dpa - FAZ


    Man muss auch sagen, dass die ägyptischen Regierungen recht unverantwortlich seit Jahrzehnten handeln. Die ägyptische Bevölkerung ist von 1980 40 Millionen Menschen auf 2022 104 Millionen Menschen angewachsen. Ägypten selbst benötigt heutzutage 20 Millionen Tonnen Weizen Jährlich, kann aber nur 10 Millionen Tonnen Weizen im Jahr selbst produzieren.

    In der Ukraine liegen derzeit 20 Millionen Tonnen Lebensmittel auf Halde. In Friedenszeiten exportierte die Ukraine 4,5 Millionen Tonnen Lebensmittel monatlich.


    Deutschland kann sich so gerade selbst versorgen, solange kein Dürrejahr wie 2018 kommt. Bekommt aber Probleme bei bestimmten Weizenarten (Hartweizen, wichtig für Nudeln, Selbstversorgung nur 15% / Roggen, wichtig für Roggenbrot usw. Selbstversorgung nur 85%).


    Hat Deutschland genug Getreide – um sich zu versorgen? - Die Fakten | agrarheute.com


    Auch hier zeigt sich für mich wieder, dass wir das Bevölkerungswachstum, wie auch im Hinblick auf den Klimawandel, endlich nachhaltig steuern müssten. Ein Land sollte nicht eine viel größere Bevölkerung haben, als es regional auch wirklich versorgen kann.


    Der Zusammenbruch von Lieferketten ist irgendwann historisch betrachtet einfach vorprogrammiert. Allerdings haben sich da auch die Römer schon nicht dran gehalten, die ihr Getreide massenhaft bereits aus Cleopatras Ägypten importierten.


    Dazu auch noch:


    Hart aber fair mit Plasberg und Anja Kohl zur Inflation

  • Ich bin ja generell skeptisch gegenüber Waffenlieferungen, weil diese Waffen am Ende den Russen in die Hände fallen werden.

    Ähem, diese Gefahr besteht eigentlich bei jedem Krieg. Desweiteren muß ja nicht zwingend der Krieg gewonnen werden, damit einem feindliche Waffen in die Hände fallen, es reichen ja schon einzelne Gefechte.

    Hier jedoch bekommen die Russen, im Fall der Fälle, entweder uraltes DDR-Zeugs in die Hände oder aber moderne Haubitzen oder Artillerie wie die der Amerikaner oder Niederländer. Aus Mangel an modernen Chips können sie die aber ohnehin nicht kopieren und nachbauen.

  • So langsam denke ich ernsthaft darüber nach, doch mal meine Nudel- und Reisvorräte usw. etwas aufzustocken für 2023.


    Och nö, bitte nicht. Langsam nerven die leeren Regale...


    Man muss auch sagen, dass die ägyptischen Regierungen recht unverantwortlich seit Jahrzehnten handeln. Die ägyptische Bevölkerung ist von 1980 40 Millionen Menschen auf 2022 104 Millionen Menschen angewachsen. Ägypten selbst benötigt heutzutage 20 Millionen Tonnen Weizen Jährlich, kann aber nur 10 Millionen Tonnen Weizen im Jahr selbst produzieren.


    Also die ägyptische Regierung macht viel Scheiße, vor allem in Sachen Menschenrechte. Aber in einem Wüstenstaat die Landwirtschaft ausbauen ist schwierig (macht außer Israel eigentlich niemand soweit ich weiß, würde ja auch direkt die meisten Hungerprobleme in Afrika lösen). Und der Bevölkerung verbieten zu wachsen ist auch schwierig, hat China gemacht und jetzt entführen sie die Frauen bei den Nachbarn, ganz toll.

    Bevölkerung reduzieren geht vor allem durch Wohlstand, weil Arme bekommen mehr Kinder. Also da müssen wir (EU, USA etc.) uns eher selbst an die Nase fassen, Entwicklungshilfe und so (also ich meine die richtige, nicht die wo man Diktatoren Geld schenkt, an Völkermorden beteiligte Milizen bewaffnet und Müll exportiert).


    Auch hier zeigt sich für mich wieder, dass wir das Bevölkerungswachstum, wie auch im Hinblick auf den Klimawandel, endlich nachhaltig steuern müssten.


    Bleibt die Frage, wie steuert man das? Am ehesten wie gesagt durch Wohlstand denke ich. Einfach wird's nicht, wenn die Leute dann weniger Kinder und mehr Geld haben, wollen sie größere Wohnungen, Autos, Elektrogeräte und Flugreisen.

    Am besten leben die die sich das alles schon leisten könne, vor, dass man das alles nicht braucht, nur mal so als Vorschlag ;)

    Also Lebensstil ändern, also genau das was Klimaschützer fordern.


    Oder ironisch ausgedrückt: Die Familienunfreundliche Politik aller Regierungen der letzten Jahrzehnte ist ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz :D

    "Je mehr die Menschen wissen, desto weniger müssen sie glauben"
    Bodo Wartke

    2 Mal editiert, zuletzt von Fairas ()

  • Als wenn der Russe nicht schon längst die Bautechnischen Details, Einsatzmöglichkeiten und Schematas der Haubitzen und anderer westlicher Waffen hätte.

    Gestern auf einer Nachrichtenseite gelesen der Ruße würde seine Ersatzbattalione mit Alten T-64 auffüllen.


    John

    Wir haben gestern in kleiner Kreisrunde über kommene Probleme beratschlagt.

    Das Lebensmittel Problem wird erst richtig groß falls jeder Deutsche beschließt etwas mehr zu horten. Dann hätten wir plötzlich Notstände in den Regalen was zu einem Preisschub durch die Industrie führen würde.

    Überlegt haben wir auch wo wir den noch Kapazitäten für den zu erwartenden Flüchtlingsschub hernehmen sollen. Wir sind bei einer hohen Auslastung und sollte die Welle Afrikaner kommen welche wir befürchten, dann hat Deutschland bald ein ganz anderes Problem.

    Und das hieße zuviel Menschen bei zu wenig Platz mit zu teuren Preisen und zu wenig Lebensmitteln.

    Dann kannst du dir vorstellen das der Zulauf zu AFD und Co schlimmer wird, den erkläre mal den Bürgern das Sie verzichten sollen oder sich Lebensmitteln nicht mehr leisten können und ein Schwarm Afrikanischer junger Männer das umsonst bekommt....genau gegen diese Aussage kann man mit den Menschen wie Argumentieren?

    Das waren unsere Problemstellungen und ganz ehrlich, wir wussten keine gute Lösung dafür.

  • und sollte die Welle Afrikaner kommen welche wir befürchten,


    Die kommen erstmal nicht, die Fluchtrouten sind nahezu geschlossen. Außer es werden so viele, dass man sie mit erschießen und ertränken nicht mehr stoppen kann...


    den erkläre mal den Bürgern das Sie verzichten sollen oder sich Lebensmitteln nicht mehr leisten können und ein Schwarm Afrikanischer junger Männer das umsonst bekommt....genau gegen diese Aussage kann man mit den Menschen wie Argumentieren?


    Also bisher hat noch kein Deutscher wegen Flüchtlingen irgendwas weniger bekommen. Nicht dass die gemeinte Zielgruppe solchen Fakten zugänglich wäre, aber mehr kannst du da auch nicht machen...

    Und wenn Verzicht mal wirklich notwendig wird, wird es vermutlich auch für bedürftige Deutsche Lebensmittelverteilungen geben und nicht nur für Migranten.

    Zum Anfang könnte man mal die Mehrwertsteuern senken, ist nämlich eine Steuer die vor allem ärmere Menschen bezahlen.

  • Du gehst von einem Sieg Russlands aus?

    Das war jetzt nicht die Kernaussage meines Beitrages, aber es sind schon mehrfach große Lieferungen an Waffen und Munition direkt zerstört oder erobert worden. Das hat eher mit schlechter Logistik als mit dem eigentlichen Kriegsverlauf zu tun.


    Ansonsten kann man momentan doch nichts neues zum Kriegsverlauf sagen. Im Presseclub wurde das am Samstag passend formuliert. Die Russen haben aktuell die Gebiete erobert, welche sie erobern wollten. Die Gegenoffensive wird wahrscheinlich im nächsten Monat starten, dann wird man sehen.

  • Russland will jetzt die Altersgrenze von 40 Jahren für den Militärdienst abschaffen, also ein klares Eingeständnis das Truppen fehlen.

    Ukraine-News: Russland will Altersgrenze für Militärdienst offenbar aufheben - DER SPIEGEL


    Und der russische Vizechef des nationalen Sicherheitsrats, Nikolai Patruschew macht einen auf Comical Ali:

    "Alle vom Präsidenten gesetzten Ziele werden erreicht. Anders kann es gar nicht sein, weil die Wahrheit, auch die historische, auf unserer Seite ist." :rofl: :laugh:


    "Telling an atheist they're going to hell is as scary as a child telling an adult they're not getting any presents from Santa"

    -Ricky Gervais-


    "Arbeiten im Büro das ist wie Sex in der Ehe, am Anfang gibt man sich Mühe und hat Spaß und nach ein paar Jahren macht man immer das selbe und ist einfach nur froh wenn Feierabend ist"


    -Bernd Stromberg- :thumbsup:


  • Quelle: Tagesschau.de


    „Russische Überlegenheit in Rüstung und Technik“… Klingt für mich derzeit so, als würde die Ukraine im Donbass nach und nach verlieren. Dort stehen die besten ukrainischen Truppen. Was käme dann als Nächstes?


    Das „Kriegsglück“ scheint hin und her zu schwanken.

  • Egal wie dieser Krieg endet, uns Deutsche wird danach international keiner mehr sonderlich ernst nehmen oder auf unser Wort viel geben, politisch gesehen.


    Der Russe ist jetzt zu seiner Altbekannten Kriegsstrategie übergegangen. Alles mit Artillerie plätten und dann mit Infanterie erobern. Dem ist es egal wieviele Zivilisten sterben.

    Unserer Regierung ja auch, wichtig ist ja erstmal den eigenen Laden zu schützen.


    Gestern SPD Steger gegen CDU Röttgen gesehen, Putins SPD schafft es nicht mal klar zu sagen das Sie die Ukraine zum Sieg pushen will und den Russen da draußen haben will.


    Diese ganze verrohte, unmoralische und selbstverliebte Politik unserer Regierung macht mich traurig und tatsächlich fang ich an mich für dieses Berliner Pack zu schämen.


    Am Samstag und Sonntag haben wir mehrere Unterkünfte für Ukrainer neu möbliert und gestrichen in Wertingen und Umgebung.

    Die Frauen und älteren Männer dort wollten wissen warum wir Putin soviel Gels geben für Öl und Gas nur damit er Sie tötet oder vertreibt, warum wir ihn bezahlen das er Flüchtlinge zu uns schickt.

    Diese Menschen mussten teilweise aus dem Ein und Abflugbereich von Airbus umgezogen werden, da Sie sich bei Helikopterlärm in Schränken verstecken.


    Und dann liest man so Nachrichten wie von John und denkt nach was passiert könnte würde Deutschland einfach nur Waffen schicken.

    Marder, Leo 1, alte Artillerie usw, wir nutzen es doch eh nicht mehr, schicken wir es runter und setzen International ein Zeichen, der Ami wäre doch sofort dabei.

    Dänemark schickt Harpoon Shiffrakteten.

  • Die Stimmung betreffend der militärischen Situation, wirkt bei einigen hier im Forum irgendwie ziemlich Manisch-depressiv, gibt es Berichte über hohe russische Verluste, wird von der Rückeroberung aller besetzten Gebiete (inklusive Krim) geträumt und gibt es Berichte über hohe ukrainische Verluste, kann es sich nur noch um Stunden handeln bis die ukrainischen Truppen im Donbas komplett einkesselt sind.


    Ein hin und her in einem Krieg ist ja eigentlich die Norm, es gab selten bis kaum Kriege die in der ersten Minute, Woche oder eben jetzt in den ersten Monaten entschieden waren, das Russland auch nach wie vor noch eine Überlegenheit an Rüstung und Technik besitzt, sollte auch relativ klar sein, selbst in den beiden Weltkriegen als Waffensysteme deutlich weniger komplex waren als Heute, hat es sehr lange gedauert bis Waffenlieferungen, Ihre Wirkung entfalten konnten, die Sowjetunion konnte viel Lend/Lease Material auch erst ab dem Sommer/Herbst 1942 einsetzen.


    Derzeit sieht es daher durchaus so aus, als ob der Krieg mindestens bis Ende dieses Jahres noch gehen wird, wenn nicht sogar noch deutlich länger, die Frage die ich mir daher stelle ist, ob die westliche Welt für diese lange Zeit Ihre Einheit behalten wird, nächsten Winter wenn es wieder Kalt ist, und die Gaslieferungen aus Russland entweder doch komplett gekappt sind oder stark reduziert sind, sehe ich schon die ersten Stimmen im politischen "Mainstream" vor mir, die der Ukraine erklären wollen wie ein Verhandlungsfrieden mit Gebietsabtretungen an Russland doch eigentlich gar nicht so schlecht ist.


    Ein weiterer Punkt der ja auch hier schon angesprochen wurde und derzeit heiß diskutiert wird, sind die Weizenlieferungen aus der Ukraine um Hungersnöte in Afrika zu verhindern, auch hier hat Russland jetzt geostrategisch eine ziemlich gute Auswahl an Optionen, auf der einen Seite könnnen Sie natürlich Lieferungen zurückhalten und so neue Flüchtlingsströme in den Westen auslösen um die westliche Einheit über diesen Umweg zum bröckeln zu bringen, aber auf der anderen Seite, besitzt Russland jetzt bis auf Odessa alle wichtigen Schwarzmeerhafen der Ukraine und könnte jetzt einfach selbst das lagernde und gestohlene Getreide exportieren und so auf der einen Seite weiter seine Kriegskasse füllen und gleichzeitig gute Propaganda machen und gerade so Länder die vom ukrainischen Weizen abhängig sind, versuchen auf die eigene Seite zu ziehen.

  • Bezüglich der militärischen Lage an der Front:
    Ja, die ukrainischen Truppen dort sind gerade in einer recht schwierigen Situation, es kann durchaus sein, dass sie dort einiges an Land verlieren und eventuell einzelne Einheiten eingekesselt werden.
    Aber man muss es im Kontext sehen. Der eigentliche russische Plan für den Donbass war deutlich ambitionierter, ist aber gescheitert, das was sie jetzt machen ist gewissermaßen eine Minimalvariante.

    271-donbas-versuchte-kessel

    Zur Veranschaulichung eine grobe Karte:
    Die linke Linie ist das, was internationale Beobachter befürchtet haben, als Russland Ende März begann, seine Truppen in den Donbass zu verlegen.

    Die mittlere Linie ist ungefähr (habe das unter Ende glaube ich etwas zu weit links angesetzt) der Kessel, den Russland dann ab Mitte April zu bilden versuchte, und am 9. Mai abgeschlossen haben wollte.
    Der Vorstoß ist gescheitert.
    Die rechte Linie stellt dann den potenziellen Kessel dar, den Russland jetzt zu bilden versucht.

    Nicht gut für die Ukraine, aber auch nicht für Russland, wenn die Kapazitäten der russischen Armee weiter so schrumpfen, wird sie ziemliche Probleme bekommen, sobald mehr ukrainische Reservisten und westliche Waffen die Front erreichen.


    Und bezüglich der russischen Kapazitäten gibt es auch interessante Nachrichten aus Russland.
    Die Verfügbarkeit von (Berufs-)Soldaten:

    Die Duma will das Alterslimit für neue Berufssoldaten aufheben. Bisher lag es bei 40, erst wollten sie es auf 45 erhöhen, jetzt gleich komplett aufheben.
    Dazu passend ist, dass am Samstag ein weiterer russischer General ums Leben gekommen ist, der 63-Jährige pensionierte (er war Zwangs-pensioniert worden, nachdem er mit einer Su-27, die er unerlaubt geflogen hatte, nach unerlaubten Kunstflug-Manövern abgestürzt war) Generalmajor
    Kanamat Botashev starb, als er ein Su-25 Erdkampfflugzeug pilotierte und über der Ostukraine abgeschossen wurde.
    So jemanden setzt man eigentlich nur in ein Kampfflugzeug, wenn man entweder zu wenige Piloten oder zu viele Flugzeuge hat.
    Bei der Bundeswehr ist das Höchstalter für Kampfjet-Piloten übrigens 41.


    Bezüglich des Materials hat Menderon erwähnt, gelesen zu haben, Russland würde T-64 an die Front verlegen. Das ist nicht ganz korrekt, es handelt sich um T-62.
    Der Unterschied im Namen mag gering wirken, der Unterschied in der Praxis ist gewaltig.

    Der T-64 ist gewissermaßen der Vater der modernen russischen und ukrainischen Panzer, 125mm Glattrohrkanone mit Autolader, Komposit-Panzerung, und nach wie vor in modernisierten Varianten bei den ukrainischen Streitkräften im Dienst. Bei ähnlichen Modernisierungen ist ein T-64 einem T-72 klar überlegen, und einem T-80, der ein T-64 mit Gasturbine ist, ebenbürtig.
    Bis zur Einführung von Leopard 2 und M1 Abrahams über 10 Jahre nach seiner in-Dienst-Stellung war er übrigens auch allen westlichen Kampfpanzern klar überlegen, weshalb die Sowjetunion ihn auch nie exportierte.

    Der T-62 ist dagegen aus dem T-54/55 entwickelt worden, dessen Entwicklung im Jahr 1945 begann. Er hat zwar auch eine Glattrohrkanone, allerdings 115mm und manuell geladen, seine Panzerung besteht rein aus Stahl, und sein ganzes Feuerleitequipment ist massivst angegraut. Nicht nur dass, im Gegensatz zu manch anderem sowjetischen Panzer ist er extrem unzuverlässig, vor allem sein Motor ist notorisch für seine zahlreichen Gebrechen.

    Dass Russland so etwas ausgräbt, und das tut es, mittlerweile ist ein damit beladener Zug in Melitopol angekommen, sagt möglicherweise einiges darüber aus, wie der Zustand der angeblich 11 000 T-72, T-80 und T-90 in den Reserve-Lagern der russischen Armee ist.


    Das alles bedeutet nicht, dass Russland den Krieg sicher verlieren wird, der Ausgang ist nach wie vor offen, aber ich denke, Panik vor einem Kollaps der ukrainischen Armee dürfte, zu diesem Zeitpunkt, nicht angebracht sein.

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