Wirtschaftssysteme und -zusammenhänge - Globalisierung

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    • Der Unbeliebte schrieb:


      Ladegos schrieb:

      Wirtschaft geht es schlecht...sie muss sich anpassen und wir müssen die Kosten tragen...wer sonst?


      Was? Aufschwung? Milliardengewinne ... der Wirtschaft geht es schlecht?
      Die Wirtschaft kann die Kosten tragen, Siemens, Deutsche Bank, BMW, Mercedes, BASF etc.etc. die haben mehr als genug geld erwirtschaftet ...
      Ja und wo bekommen diese Firmen ihr Geld her?
      Nana...genau von den "Kunden"....ob die nun in unserem Nationalstaat sind oder außerhalb der Grenzen......diese "großen" deutschen Unternehmen die du auflistest sorgen für unseren Wohlstand hier in unserem Land, indem sie zumindest Geld was sie im Ausland verdienen wieder in ihre "Heimat" bringen. ^^
      Und dann kann es durch den Staat noch umverteilt werden.
      Aber erstmal muss das Geld irgendwo herkommen und Geld vermehrt sich nicht alleine es ist ein virtureller Wert der entsteht, wenn Jemand was leistet.

      Unternehmen haben nicht ihre eigenen Gelddruckmaschinen, wenn du verstehst was ich meine....lassen wir das Thema Zinseszins mal außeracht. :whistling:
      Sie müssen irh Geld also irgendwo erwirtschaften und das bekommen Unternehmen nur, wenn sie Unternehmungen starten irgendwie an das Geld der Menschen zu kommen und ihnen ein Produkt anbieten, was der Kunde dann kauft.
      Ok, Unternehmen handeln auch untereiander. :sleeping:

      Ich meine Wirtschaft auch im weiteren Sinne im allgemeinen wirtschaften und nicht nur irgendwelche Unternehmen...denn das allgemeine wirtschaften wird halt eingeschränkt wenn es in vielen Teilen der Erde zu Katastrophen und Umwälzungen kommt....es werden Ernten eingebüßt, man kommt nicht mehr so leicht an die Rohstoffe, der wo kommen den die meisten Rohstoffe her?.... :jumping:
      Dann verlangt der Staat nach und nach nach Anpassung an neue Standards...manche Firmen machen diese Standards schon vorher zur Pflicht....alles kostete irgendwo Geld und du willst mir doch nicht wirklich sagen Unternehmen lassen sich einfach so rießige Summen wegnehmen und den Unternehmen würde es nicht schaden....die werden die "Kosten" weitergeben....es findet nun mal eine Kalkulation statt ob ein Unternehmen auch alle seine Kosten decken kann und noch einbißchen Gewinn rausholt........wie groß nun dieser Gewinn sein darf ist nirgends festgelegt. :rolleyes:

      Also ich weiß echt nicht was du hast..........soll etwa der Staat sagen....kommt Unternehmen Geld her....aber wehe ihr gebt die Kosten weiter...ok, dann kürzen wir die Löhne oder gehen ins Ausland.
      Nein, irgendwo fehlt mir da was.............. :wacko:


      P.S.: Dabei hast du dein Zitat aus dem Zusammenhang gerießen es geht um die Zukunft......es gab doch mal eine Studie wieviel der Klimawandel kosten würde. :happy clapping:


      Signaturen sind wie Frauen:
      Hat man keine will man eine, hat man eine will man ne andere

    • Nicht ganz korrekt: viele der großen Unternehmen haben ihren Sitz nach wie vor in Deutschland, und die Werke müssen ja auch immerhin Gewerbesteuer vor Ort zahlen. Dazu kommen die Arbeitsplätze und die Steuern der Unternehmen, die von den großen Konzernen abhängen - als Zulieferer oder Abnehmer. Auch wenn das Unternehmen selbst nicht viel Steuern zahlen sollte, so generiert es doch mit seiner wirtschaftlichen Präsenz viele indirekte Steuern.

      Abgesehen davon: die Wirtschaft als solche ist beileibe nicht so dumm und böse, wie mancher das gerne darstellt. Die machen nur, was praktisch jeder Mensch genauso machen würde: Kosten sparen, Gewinne mitnehmen und zusammenraffen, was nur irgendwie geht... allerdings in erheblich größerem Maßstab als jeder einzelne Mensch (mit der möglichen Ausnahme von Robert Mugabe). Dazu kommen einige juristische Schieflagen: der Weltmarkt und die großen Unternehmen globalisieren sich immer mehr, mit Standbeinen in aller Welt, während die einzelnen Nationen mit ihrer Gesetzgebung noch gewaltig hinterherhinken und sich einen heftigen Konkurrenzkampf um Arbeitsplätze und Steuergelder liefern... da können sich die Konzerne dann die Rosinen rauspicken. Irgendwann wird allerdings zweifellos die Gegenbewegung erfolgen, daß die Konzerne wieder verstärkt die Rechtssicherheit und bessere Infrastruktur der Industrieländer bevorzugen... die Dritte Welt ist eben zuweilen arg instabil und korrupt.


      - König der Könige, herrschend über Könige -

      Motto der Dynastie der Palaiologen (Byzantinische Kaiser 1258 - 1453)
    • Nikephoros schrieb:

      Nicht ganz korrekt: viele der großen Unternehmen haben ihren Sitz nach wie vor in Deutschland, und die Werke müssen ja auch immerhin Gewerbesteuer vor Ort zahlen.
      Nein müssen sie nicht, darum geht es ja. Den großen Unternehmen hat man unter Rot/Grün so viele Möglichkeiten gegeben, dass diese keine Steuern mehr zahlen müssen, dass dies immer der Fall ist.
      Es sind eher die mittelgroßen Betriebe, die die meisten Beiträge leisten. Also eben z.B. die Zulieferer, die also wirklich in Deutschland produzieren etc.pp.
      Aber die werden ja immer teurer und man geht eher in die Billiglohnländer.
      Werden ja tausende Arbeitsplätze jedes Jahr abgebaut deswegen.

      die Dritte Welt ist eben zuweilen arg instabil und korrupt.

      Die Wirtschaft auch ...

    • Den großen Unternehmen hat man unter Rot/Grün so viele Möglichkeiten gegeben, dass diese keine Steuern mehr zahlen müssen, dass dies immer der Fall ist.


      Das ist jetzt aber nicht typisch unter Rot / Grün so gewachsen. Es hat ja fast schon Tradition, die jeweiligen Regierungen mit Abzug in Drittländer oder Rausschmiss der Belegschaft zu erpressen. Rot / Grün hatte leider nur das "Pech" an der Regierung gewesen zu sein, als die Globalisierung so richtig Fahrt aufgenommen hatte.


      Es sind eher die mittelgroßen Betriebe, die die meisten Beiträge leisten.


      Auch das war eigentlich schon immer so. Die höchsten Steuereinnahmen kamen schon immer aus der sogenannten Mittelschicht, wobei ich Nikephoros auch recht gebe, die Großkonzerne sorgen mit dieser Vielzahl an Zulieferfirmen für Steuereinnahmen und Arbeitsplätze, ist ja nicht umsonst in Autodeutschland jeder 7. Arbeitsplatz direkt mit der Produktion von PKWs oder LKWs verbunden. Prozentual zahlen aber wahrscheinlich die eigentlichen Produzenten wie VW, AUDI oder BMW deutlich weniger als die Zulieferer der Navis, Reifen oder der Aschenbecher.


    • Die Steuerschlupflöcher waren konkrete Projekte der Rot/Grünen Regierung.
      Wird jedenfalls den Beamten in Rheinland-Pfalz auch so beigebracht ...

      Die "Globalisierung" als Ausrede zu benutzen ist ja inzwischen usus aber dadurch nicht richtiger ...

      Andere Staaten schaffen und schafften es ja auch trotz "Globalisierung" tolles neues Wort für das 200 Jahre alte Problem, ihre Wirtschaft bei sich zu halten.
      Anno 1880-1914 stand Deutschland vor einer vergleichbaren Situation. Nur dass man es damals noch nicht Globalisierung nannte, als die Löhne in Deutschland stiegen und die Wirtschaft in die "Lohndumpingländer" ausweichen wollte.

      Und wenn die Wirtschaft die Regierungen mit sowas erpresst, dann scheinen die Regierungen ja nix zu machen. Die Deutschen Unternehmen (die großen) wandern ja alle mehr und mehr in den Ostblock ab und schmeißen tausende Mitarbeiter raus. Nur wird darüber ja nicht berichtet ...
      Aber die Zahlen waren schon bombastisch, was die Firmen für dieses Jahr an Kündigungen angekündigt hatten.

      Die Zulieferer hatte ich ja genannt, als typische Steuerzahler. Nur sind die meisten zulieferer nicht teil der großen Autofirmen sondern meist eigenständige Firmen an die Aufträge vergeben werden. Und auch da wird es immer schwieriger, da die Aufträge mehr und mehr an die Dumpinglohnländer vergeben wird.

      Es ist inzwischen ja auch wesentlich billiger einen VW aus den USA herzuholen als ihn hier zu kaufen. (Mit Zoll und allem drum und drann)

      VW, Audi, BMW, Siemens, Daimler zahlen in Deutschland kaum bis garkeine Steuern. Trotz Milliardengewinne ...

    • Die Steuerschlupflöcher waren konkrete Projekte der Rot/Grünen Regierung.
      Wird jedenfalls den Beamten in Rheinland-Pfalz auch so beigebracht ...


      Klar, wir haben ja jetzt auch ne andere Regierung, und die, die vorher dran waren, haben immer alles verbockt, das war schon immer so. Habe auch nicht bestritten, daß das Teil der rot / grünen Politik war, unter Helme wurde das aber genauso betrieben, gerade als die FDP noch mit in der Koalition saß. Es ist schon seit ewigen Zeiten ein Druckmittel von Großkonzernen gewesen, mit Entlassungen zu drohen, völlig egal, wer grad in Bonn oder Berlin an den Hebeln saß.


      Nur sind die meisten zulieferer nicht teil der großen Autofirmen sondern meist eigenständige Firmen an die Aufträge vergeben werden. Und auch da wird es immer schwieriger, da die Aufträge mehr und mehr an die Dumpinglohnländer vergeben wird.


      Da fällt mir jetzt sofort Heinz Becker ein: "Mach was dageschä!"
      Ich sehe das genauso wie Du, die Unternehmen drohen mit der Globalisierungskeule und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, aber welche Staaten machen es denn besser, oder zuerst einmal, anders?


      Andere Staaten schaffen und schafften es ja auch trotz "Globalisierung" tolles neues Wort für das 200 Jahre alte Problem, ihre Wirtschaft bei sich zu halten.


      Wer denn konkret? Kuba, Nordkorea, Pakistan oder Monaco? Sorry für die Polemik, mir fällt jetzt aber wirklich kein Land ein, wo das zutreffen könnte. Falls es so etwas gegen sollte, dann ist dies nur mit Milliardensubventionen seitens Regierungen möglich oder denkst Du, daß ein amerikanischer oder französischer Großkonzern aus Solidarität seinen Angestellten gegenüber auf Milliarden an Profit verzichtet?


    • Der Iran :P

      Das Deutsche Kaiserreich hatte es damals auch geschafft die Unternehmen gesetzlich zu binden und so zu verhindern, dass die Unternehmen so abwandern wie heute.

      Die "Steuerschlupflöcher" waren vorher nie so groß und enorm wie unter Schröder. Die Maßnahmen wirkten wie eine reine Steuerbefreiung der großen Unternehmen.

      Aber ich weiß garnicht, wo du eine so große Trennung zwischen Staat und Wirtschaft siehst.
      Die Wirtschaft stellt fast alle Lobyisten und einen groß Teil der Beamten und Mitarbeiter in den Ministerien und Behörden(Kartellbehörde). Die Politik wird schon seit längerem gänzlich an den Interessen der großen Wirtschaftsunternehmen ausgerichtet.
      Das Wirtschaftsrecht hebt das halbe Strafrecht auf und das Richterrecht hebt die andere Hälfte auf.

      Fakt ist so oder so, dass die großen Unternehmen, die die wirklichen Verantwortlichen für die großen CO2 Ausstöße sind am wenigsten dafür tun, dass was für die Umwelt getan wird. Und sorgen über die Politik dafür, dass das einfach Volk die neuen Wundermittel für den Naturschutz bei ihnen gekauft werden müssen.
      Wäre ja nur die Idee zu nennen die CO2monster von den Straßen zu holen.

      Und was die Nachrüstung angeht: wer überprüft das ganze nochmal? Achja ... die Behörden wo die meisten Angestellten durch gewisse Firmen gestellt werden.

      Ist schon mal aufgefallen, dass der Zoll nur bei den kleineren Unternehmen nachsieht obs da Schwarzarbeit gibt?
      Siemens, VW, Audi, E.onAvacon etc bleiben davon verschont ...
    • Mir geht beim Lesen des obigen Beitrages der ketzerische Gedanke durch den Kopf, daß wohl nicht nur die dumme und böse Wirtschaft Propaganda betreibt, sondern auch diejenigen, die sich zu Freiheitskämpfern gegen ihren unheilvollen Einfluß hochstilisieren... unser Unbeliebter sollte sich vielleicht auch mal an die eigene Nase packen, bevor er anderen unlautere Motive unterstellt. Das ist alles nicht so einfach, wie mancher Unbeliebte oder gar Unbedarfte sich das denkt... Schwarz-Weiß-Malerei ist selten von Nutzen.

      Ganz ernsthaft, Verflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft können niemanden überraschen, das ist bereits seit Menschengedenken so. Beide sind voneinander abhängig, ganz besonders in Zeiten, wo die Gesellschaft auf hohem Niveau lebt und viel zu verlieren hat. Denn was zeigt den Erfolg oder Mißerfolg einer Regierung in der öffentlichen Wahrnehmung am deutlichsten? Eine wachsende Wirtschaft und sinklende Arbeitslosenzahlen. Deshalb kann die Politik gar nicht anders handeln, als die Wirtschaft zu hofieren - wobei ich dem Unbeliebten allerdings dahingehend zustimme, daß das Hofieren nicht in Buckeln ausarten sollte.

      Wo wir schon dabei sind: was würdest du denn anders machen wollen, Unbeliebter? Kritisieren fällt leicht, aber was ist mit konstruktiven Alternativvorschlägen? Laß mal hören...


      - König der Könige, herrschend über Könige -

      Motto der Dynastie der Palaiologen (Byzantinische Kaiser 1258 - 1453)
    • Ich weise einfach hier mal kurz darauf hin, dass ich leicht übertrieben habe ;)
      Aber im wesentlichen macht es denke ich deutlich, worauf ich hinauswill.

      Es würde ja schon mal helfen, auf 1863 bis 1889/90 zu schauen.
      Und eine verflechtung zwischen Wirtschaft und Politik ist ja nicht schlimm.
      Schlimm wird es nur, wenn der Staat zum Instrument der Wirtschaft wird. Und das ist die BRD inzwischen.
      Denn, dass wichtige Stellen in den Behörden durch Angestellte aus der Wirtschaft gestellt werden, und das auch noch in wichtigen Positionen, ist nicht "normal".
    • Na ja oft ist es ja andersrum, Politiker sitzen in Aufsichtsräten von großen Konzernen. Vielleicht sollten wir mal wieder die Kurve zum Thema Umwelt bekommen.


      Es würde ja schon mal helfen, auf 1863 bis 1889/90 zu schauen.


      Na also das ist jetzt wohl schon ein paar Wochen her, oder? Also die Wirtschaft von von mehr als 140 Jahren kann man wohl nicht allen Ernstes mit dem Zeitalter von heute vergleichen? Was im Kaiserreich innerhalb von einem Jahr erwirtschaftet, verkauft und gekauft wurde, macht man heute mit einem Mausklick früh um 8.00 nach dem Kaffee.


    • Es geht mir da vor allem um den staatlichen Rahmen um die Wirtschaft ;)
      Die Wirtschaft damals sagte selbst, dass der Wirtschaftboom nur durch die Verwaltung möglich gewesen ist.
      Und diese wurde weltweit als die beste Verwaltung der Welt angesehen ...
    • Preussischer Fleiß eben.
      Aber es muß Dir doch einleuchten, daß die Wirtschaft heute völlig anders tickt als damals. Wie NIkephoros schon geschrieben hatte, wir haben heutzutage doch einen völlig anderen "Standard", jeder möchte unglaublich mobil sein, sei es mit dem Auto oder Flugzeug oder einfach nur mit dem Handy. Während vor 140 Jahren Waren und Geld noch mit nem Dreimaster über den Pazifik gekarrt wurden, schickt man heutzutage mal kurz ne e-Mail und kann damit ganze Konzerne in`s Verderben stürzen oder Milliarden machen. Das sind doch Äpfel und Birnen, die hier verglichen werden.
      Bring bitte ein "modernes" Beispiel, also einen Staat aus dem 21. Jhd., der es besser oder erst mal anders macht ( und dann auch noch funktioniert ). Den Iran samt Smiley hab ich mal als Scherz aufgenommen. :P


    • Die Jahre 1863 bis 1890 waren schon eine tolle Zeit, die älteren Herrschaften werden sich vielleicht noch erinnern... :alt: aber völlig verschieden von der heutigen Situation. Aus drei Hauptgründen:
      1. Damals war die Industrie noch im Aufbau begriffen, der Aufbau der gesamten industriellen Infrastruktur und die Generierung von Kapital durch billige Löhne und den Vertrieb von Massenwaren löste einen enormen Boom aus. Heute dagegen ist alles schon zugebaut, und die Leute sind schon saturiert.
      2. Preußen in den 1860ern war ein anderes Land als Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts, von anderen Menschen bewohnt, die anders dachten und handelten... und außerdem keine Rücksicht auf Brüssel nehmen mußten. Die heutige Wirtschaft ist weitaus komplexer und vor allem viel größer, stark untereinander verwoben und abhängig.
      3. In dieser Zeit hatten die einfachen Leute weitaus weniger Bedürfnisse als heute und mußten mit Hungerlöhnen zufrieden sein, die Gewerkschaften und die Sozialdemokratie / die Kommunisten gewannen erst allmählich an Boden. Heutzutage dagegen gibt es keine "Arbeiter" mehr, jedenfalls nicht bei uns - die leben jetzt alle irgendwo in der Dritten Welt.


      - König der Könige, herrschend über Könige -

      Motto der Dynastie der Palaiologen (Byzantinische Kaiser 1258 - 1453)
    • Das ist eine eher falsche Sichtweise.

      Die Wirtschaft stand 1863 auch schon da. Die Infrastruktur wurde weiter ausgebaut, und das vom Staat, dass heißt die Wirtschaft hatte damit auch eher weniger zu tun.
      Heute sieht die Infrastruktur ebenfalls eher mau aus. Vor allem im Oschte ...
      Schau dir doch die Straßen mal an. Die sind im Osten inzwischen genauso wie im Westen. Denn das Geld was da rein fließen sollte, floss zu 90% in irgendwelche Taschen ...

      die Generierung von Kapital durch billige Löhne und den Vertrieb von Massenwaren

      Ist da zur Zeit was anders? Die Löhne sinken und sinken und sinken ... wir haben heute die DM Markbeträge in Euro bei den Preisen ... und an den Löhnen hat sich nichts getan.

      Die heutige Wirtschaft ist weitaus komplexer und vor allem viel größer, stark untereinander verwoben und abhängig.
      Das stimmt so nicht. Der Anteil der mittelständischen Betriebe war damals wesentlich größer - aber ansonsten unterschied sich das ganze eher kaum. Die "Größe" des heutigen Wirtschaftsraums wird durch die Geschwindigkeit die beim Transport erzielt werden kann wieder aufgehoben. Relativ hat sich die Größe kaum geändert.

      In dieser Zeit hatten die einfachen Leute weitaus weniger Bedürfnisse als heute und mußten mit Hungerlöhnen zufrieden sein, die Gewerkschaften und die Sozialdemokratie / die Kommunisten gewannen erst allmählich an Boden. Heutzutage dagegen gibt es keine "Arbeiter" mehr, jedenfalls nicht bei uns - die leben jetzt alle irgendwo in der Dritten Welt.

      Ein Blick in die Realität würde mal gut tun. Natürlich gibt es nicht mehr die typischen Arbeiter. Aber die stecken in der selben Situation wie die meisten heute.
      Es hat schon seinen Grund, warum die Empfänger von Leistungen nach SGB II (Hartz IV) und SGB XII immer mehr werden. Die Gewerkschaften sind heute genauso sinnvoll, als zu der Zeit wo es sie noch garnicht gab. Die einzige Gewerkschaft die sich wirklich wie eine Gewerkschaft verhält ist die GDL.
      Und der hat man ja auch schon Streikverbot erteilt. Nur nicht beim kleinen Mann, da tuts ja nicht weh ...

      Aber mir geht, es sowieso eher um den staatlichen Rahmen, den man damals um die Wirtschaft legte.
      Transport via Eisenbahn war eine staatliche Aufgabe zur Aufrechterhaltung der Wirtschaft. So auch Post und Telegraphenwesen. Gesetzlich war es damals nicht so einfach, die Produktion ins Ausland zu verlegen etc.pp.

      Die staatlichen Bedingungen (um die es mir geht) waren wesentlich besser und wirtschaftsfreundlicher, als heute in der BRD. Ich sage ja auch nicht, man solle 1:1 kopieren, sondern man kann sich an der Zeit orientieren.
      Das heute noch geltende Gewerberecht stammt ja auch aus dieser Zeit.


      (Mathias Tretter: Senioren an er Uni, der Schrecken einer jeden Geschichtsstunde: :alt: Ich hab Metternich noch persönlich gekannt!"

    • Die einzige Gewerkschaft die sich wirklich wie eine Gewerkschaft verhält ist die GDL.


      6.000 Angestellte legen den ganzen Verkehr lahm? Ich kann den Frust der Lokführer durchaus verstehen, weiß auch was sie verdienen, aber Sinn und Zweck einer Gewerkschaft ist es jetzt nicht "Laßt uns mal dagegen sein!".


      Aber mir geht, es sowieso eher um den staatlichen Rahmen, den man damals um die Wirtschaft legte.


      Versteh mich jetzt bitte nicht falsch, aber man merkt anhand Deiner Argumentation schon, daß Du aus dem Osten kommst. Staatliche Kontrolle zugunsten von "sozialen Errungenschaften" bringt´s nicht, sonst wäre nicht alles von der polnischen Grenze bis kurz vor Japan zusammengebrochen in den letzten Jahren, soweit sollten wir uns einig sein. "Freie Marktwirtschaft" und den Jackpot für die Wirtschaft ( "ich laß mal kurz die Sau raus" ) ohne Eingreifen des Staates und sozialer Grundsicherung der Bürger ist aber genauso verkehrt, klar. Wir haben hier in der BRD aber weder das eine noch das andere, also.......?


    • Im Grunde haben wir ja schon fast freie Marktwirtschaft.
      Und ein staatlicher Rahmen um die Wirtschaft, ist im übrigen keine Sozialistische Sichtweise, sondern eine konservative.
      Nicht die Sozialisten oder Kommunisten haben den Sozialstaat erfunden, sondern wir Konservative.
      Der Sozialismus hat den Sozialstaat und die Sozialhilfe etc.pp. aufs schärfste abgelehnt ...

      Ich spreche ja nicht von einer totalen Kontrolle, sondern davon, dass der Staat auch schaut, dass die Wirtschaft ihrer Verantwortung gerecht wird, und wenn sie es nicht wird, dass der Staat der Wirtschaft dann auch mal auf die Finger hauen kann.
      z.B. dass ein Betrieb wie dieser Küchengerätehersteller aus Süddeutschland, eben daran gehindert wird, mal eben komplett ins Ausland zu gehen. z.B. durch scharfe Sanktionen oder ein einfuhrverbot für deren Produkte.

      Das hat nichts mit Sozialismus zu tun, sonder nur mit gesundem Menschenverstand ...
    • Wie stellt Du dir denn das "auf die Finger hauen vor"?
      Das Dilemma ist doch, daß Großkonzerne mit der Entlassungskeule drohen, das ist doch die Schweinerei. Zig Tausende stehen auf der Strasse, die Politik ist schuld und wird beim nächsten Mal nicht mehr gewählt.
      Die mittelständischen Betriebe werden genug drangsaliert, die haben aber leider recht wenig Einfluß. Während kleine oder mittelgroße Betrieb an hohen Lohnnebenkosten wirklich zu knappsen haben, ziehen die großen dann mal kurz nach Taiwan. Wenn hier ein Handweksbetrieb mit 30 Angestellten zumachen muß, interessiert das doch keinen.


      Betrieb wie dieser Küchengerätehersteller aus Süddeutschland, eben daran gehindert wird, mal eben komplett ins Ausland zu gehen.


      Für so etwas muß man Gesetze schaffen, die bringt man eben mal nicht so nebenbei durch den Bundestag. Du kannst einem Unternehmer nicht verbieten, im Ausland zu produzieren, Du kannst ihm höchstens Anreize schaffen, es hier zu tun.


    • Der Staat hat wesentlich mehr möglichkeiten ... er nutzt sie nur nicht ...

      eine komplette Enteignung des Betriebes, nehmen wir mal Siemens, auf deutschem Boden.
      Dann die einsetzung einer neuen Führungsspitze und eine "privatisierung" in den alten Zustand nur mit neuer Führung ...
      ganz einfach ...
    • moin moin,

      wir wollen ja auch nicht vergessen, das unser Finanzminister, die großen Firmen durch absetzbare Steuern - bei der Verlagerung von Betrieben ins Ausland unterstützt.

      Siehe Telekom in Amerika, Polen und Tschechien, Deutsche Bank in Irland etc. die Verluste der ersten Jahre gehen auf unsere Kosten, die Gewinne werden im jeweiligen Land versteuert - weil krass weniger Steuern als bei uns.

      Und das beste - das Gesetzt ist von der SPD unter Schröder verabschiedet worden. :wall:
      Euer : Fëanáro Calmcacil alias Lord Hotte
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