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21

Donnerstag, 12. März 2009, 17:11

Zitat von »MrKaese«

Aber so politisch unkorrekt das jetzt klingen mag, ich sehe kein positives Kosten-Nutzenverhältnis für ein Verbot von derart Spielen. Außerdem muss wohl auch gesehen werden, dass solche Spiele auf den Rechnern der Jugend genauso verbreitet sind, wie Raubkopien. Und ob Einzelgänger oder Klassensprecher, jeder spielt Egoshooter oder hatte zumindest mal Spaß mit ihnen.
Ich hab selber und spiele ab und an mit Kollegen auch ganz gerne mal (wobei ich viel lieber Age of Empires oder sowas spiele aber das geht mit Playstation nicht :D ). Mein Fussballmanager macht mich viel Agressiver als jeder Ego-Shooter.

Aber: Wenn man damit auch nur einen Amoklauf verhindern könnte wäre ich schon dafür. Es ist nicht so dass ich dieses Genre gross vermissen würde. Oder statt verbieten halt eben nur mit irgendwelchen Schikanen.
Das Argument dass alle sowieso Raubkopien haben zieht meines Erachtens nicht. Drogen kann man sich auch überall beschaffen obwohl sie verboten sind. Dennoch kommt niemand auf die Idee, Heroin zu legalisieren oder? Ein Verbot soll sich ja vor allem auf den Handel auswirken. Wenn kein Laden die mehr führen darf denke ich wird die Verbreitung der Spiele doch markant abnehmen (ich denke im Bereich von 80%).

Kelti

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22

Donnerstag, 12. März 2009, 17:12

Wenn sich eins zeigt, dann, dass man solche Leute nicht aufhält. Da wird es auch nichts bringen an den Haaren Gründe herbei zu ziehen oder schärfere Gesetze zu erlassen. Auch die ganze Flut von neunmalklugen Psychologen wird daran nix ändern. Meine Meinung.

Der Mensch ist ein Raubtier und verhält sich dem entsprechend. Und wenn es keine Pistolen sind, dann eben Messer oder Knüppel. Es ist eine Illusion, dass eine waffenfreie Welt weniger gewalttätig wäre. Am Ende ist es ein Spiegel der Gesellschaft. Darüber sollten wir uns Gedanken machen. Indem wir diese Personen als gestört bezeichnen, machen wir es uns zu einfach.

Der Junge hatte alles, wahrscheinlich sogar zuviel davon. War durchaus gebildet und kein sonderlich auffälliger Mensch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man darauf hätte kommen müssen. Auf einmal legt sich der Schalter um und er marschiert los. Wie soll man das verhindern?


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23

Donnerstag, 12. März 2009, 17:19

Zitat

Und wenn es keine Pistolen sind, dann eben Messer oder Knüppel.
Damit triffst Du den Nagel auf den Kopf. Natürlich stimmt deine Aussage, aber es macht doch einen erheblichen Unterschied, ob Du jemandem einen Knüppel oder eine AK47 in die Hand drückst. Wenn Du dem Amokläufer ein Messer in die Hand gegeben hättest statt einer Pistole wären vielleicht auch Menschen getötet worden, aber sicher weniger als es der Fall ist, meinst Du nicht?

Zitat

Am Ende ist es ein Spiegel der Gesellschaft. Darüber sollten wir uns Gedanken machen. Indem wir diese Personen als gestört bezeichnen, machen wir es uns zu einfach.
Nun, diese Person ist m.E. gestört, aber wie Du sagst, unsere Gesellschaft bewegt sich auch in immer brutalere Bahnen. Allerdings den Jungen Mörder nun in Schutz zu nehmen und zu sagen er sei ein Opfer der Gesellschaft finde ich völlig falsch. Niemand kann eine Gesellschaft für seine Taten verantwortlich machen.
Umgekehrt kann aber die Gesellschaft die Chance auf sowas mindern. Leider tut sie das im Moment nicht...

Nach so einem Massaker zu sagen: "So ist die Gesellschaft, wir können es nicht ändern. Jeder soll beten nicht zufällig am falschen Ort zu sein" ist doch auch nicht das wahre? Man muss alles tun um sowas in Zukunft zu vermeiden.

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Donnerstag, 12. März 2009, 17:24

Zitat

Aber: Wenn man damit auch nur einen Amoklauf verhindern könnte wäre ich schon dafür.
Müsste man mit dieser Einstellung nicht umgehend das Auto verbieten? Sicher, passt auf den ersten Blick nicht ganz, das Beispiel. Aber mal im ernst. In diesem Fall hätte man eine konkrete Zahl von Menschenleben, die man retten könnte und trotzdem zieht die Politik eine Kostennutzen-Abwägung zu Gunsten des Autos. Laut Rechtssprechung darf Leben gegen Leben niemals abgewogen werden, weshalb das Gesetz zum Flugzeugabschuss auch gescheitert ist, aber praktisch ist es dennoch so, dass Leben nicht immer überwiegt. Und deshalb, denke ich, wäre dein Satz diskussionswürdig und nicht auf anhieb zu unterschreiben, auch wenn dahinter sicher eine löbliche Einstellung steht.


Vielleicht sind solche Auswüchse der Gewalt aber auch einfach nicht zu verhindern und der Preis, den wir als die ersten Generationen, die keinen Krieg direkt erfahren müssen, zahlen. Schließlich hatte früher jede Generation ihren Krieg. Klingt weit hergeholt, doch zumindest für Pfeifer wäre das doch mal ein Denkansatz ;)

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Donnerstag, 12. März 2009, 17:29

Skandalös.
Heute wurde das Lied "Amoklauf" von "Mono für alle" bei Youtube gelöscht und der User gebannt. Sicher ist das Lied geschmacklos, aber da es schon eine lange Zeit existiert und den Amoklauf auch nicht verherrlicht,
Daß man den User bannt, finde ich verkehrt. Daß man das Video gelöscht hat, allerdings völlig in Ordnung.

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26

Donnerstag, 12. März 2009, 17:29

Wenn man dies hochrechnet kommt man wohl oder übel zum Schluss, das das Leben gefährlich ist. Erst das Auto, danach Messer, am Ende Küchengeräte. Da bleibt uns nurnoch die Möglichkeit den Lauf der Welt aufzuhalten in dem wir die Zeit anhalten. Wenn er keine Waffe gehabt hätte, hätte er eben kleine Bomben bzw. Granaten gebaut, wäre wohl genauso effektiv gewesen.
Unpassende Vergleiche sind schlimmer als Hitler.
-Buurmann

MrKaese

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27

Donnerstag, 12. März 2009, 17:31

...Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg...

MaNiaC

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28

Donnerstag, 12. März 2009, 17:43

Es gibt keinen signifikaten Zusammenhang zwischen "Killerspielen" und Gewalttaten.
Das bedeutet nicht, dass entsprechend anfällige Persönlichkeiten dadurch nicht destabilisiert werden können. Die Signifikanz ist allein aufgrund der geringen Anzahl Amokläufer auf die Gesamtkonsumentenanzahl vollkommen aberwitzig gering. Jeder Psychologiestudent kann dir erklären, dass der Zusammenhang sich niemals so erklären ließe, dass ein Verbot eine Verbesserung bringt.

Übrigens, ich kenne das mit dem Autorennen in Mafia. Das ist so verflucht schwer, dass ich auch massiv über meine Frustrationstoleranz kam (und die war damals ohnehin niedrig). Aber eben darum gehts. Diese Menschen kommen nicht klar und ticken aus. Aber was sie überlastet ist nicht irgendein Computerspiel.

Zu dem Thema sollte man sich mal den Anfang von "Falling Down" anschauen. Dann wird einem durchaus klar, dass es die Verfügbarkeit von Waffen ist die den Schaden ausmacht. Die Gründe aber sind vielschichtig und immer persönlicher Natur. Und da man nicht die gesamte Bevölkerung psychologisch überwachen kann sind Waffenkontrollen und Aufmerksamkeit mit das einzige was man tun kann. Denn Auslöser kann man niemals alle ausschließen. Wären es wirklich die Computerspiele wäre die Quote unter Gamern wesentlich höher.

DB * - Königreich Preussen
* = nicht gestartet


Deutschland brennt(1648-Hotseat) sucht noch Mitspieler!

Merdan

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29

Donnerstag, 12. März 2009, 17:55

Der Typ ist mir Waffen aufgewachsen. Da ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher sich über die Waffe zu entladen, als wenn man gar keinen Bezug zu Waffen hat.

Kelti

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30

Donnerstag, 12. März 2009, 18:00

Zitat

Zitat

Und wenn es keine Pistolen sind, dann eben Messer oder Knüppel.
Damit triffst Du den Nagel auf den Kopf. Natürlich stimmt deine Aussage, aber es macht doch einen erheblichen Unterschied, ob Du jemandem einen Knüppel oder eine AK47 in die Hand drückst. Wenn Du dem Amokläufer ein Messer in die Hand gegeben hättest statt einer Pistole wären vielleicht auch Menschen getötet worden, aber sicher weniger als es der Fall ist, meinst Du nicht?


Natürlich ist es ein Unterschied, ob man ein Sturmgewehr hat oder nur ein Messer. Aber ich bezweifel, dass weniger zu Schaden gekommen wären. Die Wenigsten wissen wie man einen Messerangriff abwehrt. Und selbst wenn, so hat kaum jemand den Arsch in der Hose unbewaffnet einen bewaffneten anzugreifen. Im Endeffekt sind die Folgen wahrscheinlich schon andere, aber das Grundproblem bleibt das Gleiche. Es ist schlicht unintelligent nur die Folgen zu bekämpfen, anstatt die Ursache anzugreifen.

Zitat

Zitat

Am Ende ist es ein Spiegel der Gesellschaft. Darüber sollten wir uns Gedanken machen. Indem wir diese Personen als gestört bezeichnen, machen wir es uns zu einfach.
Nun, diese Person ist m.E. gestört, aber wie Du sagst, unsere Gesellschaft bewegt sich auch in immer brutalere Bahnen. Allerdings den Jungen Mörder nun in Schutz zu nehmen und zu sagen er sei ein Opfer der Gesellschaft finde ich völlig falsch. Niemand kann eine Gesellschaft für seine Taten verantwortlich machen.
Umgekehrt kann aber die Gesellschaft die Chance auf sowas mindern. Leider tut sie das im Moment nicht...

Nach so einem Massaker zu sagen: "So ist die Gesellschaft, wir können es nicht ändern. Jeder soll beten nicht zufällig am falschen Ort zu sein" ist doch auch nicht das wahre? Man muss alles tun um sowas in Zukunft zu vermeiden.


Indem ich sage, dass solche Menschen einen Spiegel der Gesellschaft darstellen, nehme ich den Knaben nicht in Schutz, sondern verweise nur auf das Kernproblem. Bitte etwas differenzierter. Als wir damals über Sprache und Gesellschaft diskutiert haben, habe ich den gleichen Bogen gespannt. Die meisten wollten diese Theorie nicht mitgehen. Heute sage ich in anderem Kontext wieder, dass alles zusammenhängt. Jemand, der sich nicht mehr höflich Grüßen kann oder einen respektvollen Umgang pflegt, den haut man auch leichter auf die Fresse oder schießt ihn über den Haufen. Und ob jetzt jemand in seiner Schule Amok läuft oder im Anzug in Frankfurt aus Profitgier eine Firma zerschlägt. Für mich das gleiche Problem mit der gleichen Ursache. Eine Gesellschaft, die die Ellenbogenmentalität vorlebt und fördert. Eine Gesellschaft, wo das Eigenwohl über das der andere geht. Ich zitiere hier gerne Goethes Zauberlehrling:

Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.

Indem man jedem erzählt, dass man ein Versager ist, wenn man nicht mit 30 Porsche fährt, oder galuben macht, man wäre nur anerkannt, wenn man erfolgreich ist, züchten wir diese Leute, denen andere gleichgültig sind und züchten vor allem Leute, die ihren Frust, den ich stellenweise sehr gut nachvollziehen kann, nicht mehr in normalen Bahnen kanalisiert bekommen. Meine Meinung.

Beweißt mir das Gegenteil.


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31

Donnerstag, 12. März 2009, 18:23

Zitat

Natürlich ist es ein Unterschied, ob man ein Sturmgewehr hat oder nur ein Messer. Aber ich bezweifel, dass weniger zu Schaden gekommen wären.
Nun, in diesem Punkt sind wir dann wohl anderer Meinung. Ich glaube es braucht schon eine ziemliche Ausdauer, 15 Leute mit dem Messer umzubringen. Oder umgekehrt, hast Du schon mal von einem Massaker mit dem Messer gehört?

Zitat

Die Wenigsten wissen wie man einen Messerangriff abwehrt. Und selbst wenn, so hat kaum jemand den Arsch in der Hose unbewaffnet einen bewaffneten anzugreifen. Im Endeffekt sind die Folgen wahrscheinlich schon andere, aber das Grundproblem bleibt das Gleiche. Es ist schlicht unintelligent nur die Folgen zu bekämpfen, anstatt die Ursache anzugreifen.
Man sollte beides gleichzeitig angehen.

Zitat

Indem ich sage, dass solche Menschen einen Spiegel der Gesellschaft darstellen, nehme ich den Knaben nicht in Schutz, sondern verweise nur auf das Kernproblem. Bitte etwas differenzierter. Als wir damals über Sprache und Gesellschaft diskutiert haben, habe ich den gleichen Bogen gespannt.
Sorry, Nobody's perfect, war keine Absicht.

Zitat

Die meisten wollten diese Theorie nicht mitgehen. Heute sage ich in anderem Kontext wieder, dass alles zusammenhängt. Jemand, der sich nicht mehr höflich Grüßen kann oder einen respektvollen Umgang pflegt, den haut man auch leichter auf die Fresse oder schießt ihn über den Haufen. Und ob jetzt jemand in seiner Schule Amok läuft oder im Anzug in Frankfurt aus Profitgier eine Firma zerschlägt. Für mich das gleiche Problem mit der gleichen Ursache. Eine Gesellschaft, die die Ellenbogenmentalität vorlebt und fördert. Eine Gesellschaft, wo das Eigenwohl über das der andere geht. Ich zitiere hier gerne Goethes Zauberlehrling:

Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.

Indem man jedem erzählt, dass man ein Versager ist, wenn man nicht mit 30 Porsche fährt, oder galuben macht, man wäre nur anerkannt, wenn man erfolgreich ist, züchten wir diese Leute, denen andere gleichgültig sind und züchten vor allem Leute, die ihren Frust, den ich stellenweise sehr gut nachvollziehen kann, nicht mehr in normalen Bahnen kanalisiert bekommen. Meine Meinung.
Deine Analyse ist völlig richtig. Wenn ich ein Rezept hätte das zu ändern würd ichs auch sagen, aber ich hab keines. Heute ist es der Indiviualismus, der zählt. Ist zwar ein altes Thema, aber gerade der Zerfall der Familien und unter anderem die hohen Scheidungsraten gehen für mich genau in die gleiche Richtung.
Die Amerikanische Lebensweise, "hier und heute lebe ich, ich habe das Beste verdient, nach mir die SIntflut" hat leider auch auf Europa übergegriffen. Hoffen wir dass es nur eine kurze Welle und keine nachwirkende Veränderung ist.

William

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32

Donnerstag, 12. März 2009, 18:25

An sich habe ich ja nichts dagegen, wenn Leute ihren Hobbys nachgehen und von mir aus Waffen zu hause haben, um damot im Schützenverein zu schießen, aber warum müssen es so großkalibrige Waffen sein? Der Junge da hatte eine 9 mm Beretta, die sonst in der Armee verwendet wird? Warum braucht man so etwas, um auf Zielscheiben zu schießen? Das reichen auch viel kleinere Kaliber. Da denke ich könnte man ansetzen. Das was die da zu hause hatten, waren ja Kriegswaffen. Wenn man davon getroffen wird, hat man schon ein dickes Loch und es ist auf jeden Fall gefährlicher.

Bonny

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33

Donnerstag, 12. März 2009, 21:40

Ein Kommentar zu Amokläufen und der Verknüpfung dieser mit dem Medialen Aufgebot. Imho nicht so weit hergeholt
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/…medien#comments
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34

Donnerstag, 12. März 2009, 21:43

Wenn sich eins zeigt, dann, dass man solche Leute nicht aufhält. Da wird es auch nichts bringen an den Haaren Gründe herbei zu ziehen oder schärfere Gesetze zu erlassen. Auch die ganze Flut von neunmalklugen Psychologen wird daran nix ändern. Meine Meinung.

Der Mensch ist ein Raubtier und verhält sich dem entsprechend. Und wenn es keine Pistolen sind, dann eben Messer oder Knüppel. Es ist eine Illusion, dass eine waffenfreie Welt weniger gewalttätig wäre. Am Ende ist es ein Spiegel der Gesellschaft. Darüber sollten wir uns Gedanken machen. Indem wir diese Personen als gestört bezeichnen, machen wir es uns zu einfach.

Der Junge hatte alles, wahrscheinlich sogar zuviel davon. War durchaus gebildet und kein sonderlich auffälliger Mensch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man darauf hätte kommen müssen. Auf einmal legt sich der Schalter um und er marschiert los. Wie soll man das verhindern?


Sorry, aber ich finde diese Stellungnahme jetzt sehr unzutreffend und teilweise schlicht falsch.

Also erstens sind Menschen keine Raubtiere. Rein biologisch sind es Allesfresser und Aggression als Verhaltensmuster hat vor einem evolutionären Hintergrund durchaus dazu beigetragen, den Arterhalt zu verbessern.
Doch heute ist es meist ein Nachteil, da die Aggressionen hauptsächlich gegen andere Menschen gerichtet sind und somit der Art im Ganzen schaden.

Des weiteren sind wir schlicht nicht in der Lage, zu beurteilen, ob der Junge "alles hatte" oder nicht. Wenn jemand aufgrund von Mobbing in ärztlicher Behandlung ist, kann es mE kaum sein, dass er alles hatte.
Für solche Aussagen haben wir schlicht zu wenig Informationen über den Täter.

Dass man Amokläufe durch schwerere Waffengesetze komplett verhindern könnte, behaupte zumindest ich nicht.
Das man auch irgendwie anders an Waffen rankommen kann, ist auch klar. Doch die Frage spielt sich mE viel mehr auf psychologischer Art ab:

Wenn du schon so fertig bist und bereit bist, irgendwas brutales anzustellen, dann greifst du nach dem Mittel, an das du am leichtesten ran kommst.
In diesem Fall sind es Schusswaffen.
Leicht heran kommt er, weil sein Vater geschlampt hat, weil er damit aufgewachsen zu sein scheint und weil sie in seinem Alltag präsent waren.

Wenn, wie ich oben schon mal eingeworfen habe, Waffen komplett aus der Zivilbevölkerung verschwinden würden, wäre es bedeutend schwerer an sie heranzukommen, besonders für zurückhaltende Jugendliche, und sie wären auch gar nicht erst im alltäglichen Bewusstsein von Leuten, die eventuell starke psychische Probleme haben. Die Idee, mit Waffen, die sie umständlich illegal irgendwo kaufen müssten (man muss ja auch erstmal jemanden finden) um dann ebenfalls illegal den Umgang zu üben, was auch keiner merken darf, und dann damit Amok zu laufen, liegt doch bedeutend ferner, als die Idee, mit der Knarre des Vaters, mit der man umgehen kann und die einem gefällt, mal eben die Leute umzulegen, die einem das Leben bisher vermiest haben.

Mein Punkt ist: Wir können dadurch Amokläufe nicht vollkommen verhindern, aber wir können es potentiellen Tätern bedeutend schwerer machen, so etwas zu realisieren. Und umso mehr Aufwand er betreiben muss, umso mehr er aus sich herausgehen muss, umso leichter fällt er auf.

Meine Meinung dazu ist:

Wenn dadurch auch nur ein Amoklauf verhindert werden kann, wenn dadurch auch nur ein Menschenleben gerettet werden kann, dann muss man es tun.

Wenn der Staat zu solchen Maßnahmen (oder ähnlichen) nicht bereit ist, sollte er sich wenigstens eingestehen, dass Menschenleben auch nur solange gerettet werden, wie er es sich leisten kann.
Dann bräuchte er wenigstens nicht auf Mitgefühl und Fürsorge heucheln.
Passe dich nicht ans Leben an sondern das Leben an dich.
Veni, vidi, vici. - Caesar :ritter2:

Rudabour

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Donnerstag, 12. März 2009, 21:44

Statistisch sterben mehr unerwähnte Menschen an Verkehrs- Arbeits- oder Haushaltsunfällen als durch Amokläufer. Die Todesursache "Tod durch Folgen eines Amoklaufes" müßte im Vergleich mit anderen Todesursachen im Promillebereich anzusiedeln sein.
In Deutschland waren es dieses Jahr, bis Heute, genau 15 Tote. Wie viel Tote mögen es nur durch Raub oder im Verlauf von Familienstreitigkeiten gewesen sein?

Also ich sehe da kein Handlungsbedarf.
Es sei denn es gäbe vielleicht noch den Bedarf an ein Gesetz zum Schutz gegen Blitzschlag.

Aufgefallen ist mir allerdings, das es sich, zumindest in Deutschland, immer um Leute im Dunstkreis von Schützenvereinen und/oder Waffensammlern handelt.
Da sehe ich eher Handlungsbedarf. Es benötigt niemand, wirklich eine Schußwaffe.

Bären gibt es in unseren Wäldern nicht, Wölfe eher selten und die paar Luchse die im Harz ausgewildert wurden hat auch noch niemand wirklich wieder gesehen.
Auch Jäger können ihre Waffe auf der Arbeit lassen. Bauarbeiter nehmen ihren Presslufthammer ja auch nicht mit nach Hause.
Es gibt als keinen Grund für den privaten Besitz einer Schußwaffe.

Wenn man natürlich schon als Kind mit Pappi in die Schießbude zum Ballern, anstatt zum Schlittenfahren oder Schwimmen geht. Im Anschluß, statt Kaffee und Kuchen, ist dann gemeinsames Waffenreinigen angesagt, da muß man sich ja nicht wundern.
Natürlich möchte ich nicht bestreiten, daß Ballerspiele dann vielleicht noch das Tüpfelchen auf den "i" sind. Praktisch der fehlende Groschen zu der Mark.
"„Die Gegenwart ist doch entsetzlich. Wir leben in genau dem zynischen Alptraum, vor dem wir in den Sechzigern immer gewarnt hatten.“

Ray Manzarek, 1997

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36

Freitag, 13. März 2009, 00:24

Du nennst eine 9mm Beretta eine schwere Waffe?
Nicht wirklich... Da gibt es weitaus schwerere....

Hab übrigens gerade ein Interview von Schäuble gesehen:
Die Politik ist gegen zentrale Waffenlager....
Einfach aus dem Grund, das wenn dort eingebrochen wird sehr viele Waffen in die Hände der Verbrecher fallen....

Übrigens: Wenn wir Egoshooter verbieten, verbieten wir glaich mal Kriegsfilme und Horrorfilme mit.
Die Zeigen wesentlich mehr Gewalt als die Spiele...
Über diese Diskutiert komischerweise keiner...

Hier übrigens mal die Wiki Artikel zum Thema Waffenschein:

http://de.wikipedia.org/wiki/Waffenschein
http://de.wikipedia.org/wiki/Waffenbesitzkarte_(Deutschland)

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Freitag, 13. März 2009, 07:22

Übrigens: Wenn wir Egoshooter verbieten, verbieten wir glaich mal Kriegsfilme und Horrorfilme mit.
Die Zeigen wesentlich mehr Gewalt als die Spiele...
Über diese Diskutiert komischerweise keiner...
Während man aber bei Egoshootern aktiv das Geschehen bestimmt und bei Filmen man ja nur passiv vor der Glotze sitzt und keinen Einfluß nehmen kann. Ich denke, das ist schon ein großer Unterschied. Möchte jetzt nicht behaupten, daß Egoshooter einen Menschen dahingehend verändern, daß er gewaltbereiter wird, aber für jemanden, der ohnehin schon etwas an der Waffel hat, können sie zumindest ein Ventil sein und etwaige psychische Probleme "fördern" oder "stützen".

WW_Eisenherz

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38

Freitag, 13. März 2009, 08:52

Mogges auch in Filmen nimmt am zumindest wenn man den Film aufmerksam anschaut an den geschehen teil.
Aber diese Diskusion ist so alt wie es medien gibt, sei es die Druckpresse die Hexenwerk war, oder die sogenannten Groschenromane die damals einen eben solchen aufreger brachten wie die dann folgenden Videofilme und heute sind es die Computerspiele.
Und das mit den Aktive und Passive ist doch an den Haaren von Herrn Pfeiffer herbeigezogen was sagte man über die Hoororvideos doch gleich:
das betrachten solcher Brutalen Filme Stumpft ab und und setzt die Hemmschwelle herab´.

Und was sagt man doch gleich über Computerspiele das selbe. Bei den Bücher war es auch so und so weiter.

Man muss einfach mal anerkennen das Brutalität, Sex usw. all die dinge wir verteufeln nunmal ein fester bestandteil in unseren Leben ist und wir sollten diese Dinge nicht verbieten sondern unsere Kinder auf das Leben vorbereiten zu dennen das auch gehört.

Auch gibt es Amokläufe nicht erst seit es Computerspiele gibt nur sind über die nicht so Massive berichtet worden und auch ein Waffenverbot bring nichts da diese Täter eben keine Spontantäter sind sonder das sorgfältig planen.

hier mal ein Amoklauf von 1964 (wer bei Wikipedia mal schaut findet garantiert noch einige):

]Seifert, der sich von Behörden ungerecht behandelt fühlte, tauchte mit einem selbstgebauten Flammenwerfer und einer Lanze am 11. Juni 1964 im Kölner Stadtteil Volkhoven in seiner alten Schule auf und überfiel eine Klasse im Unterricht. Bei dem Anschlag tötete er zwei Lehrerinnen, darunter seine ehemalige Klassenlehrerin. Von den 28 durch Brandwunden zum Teil schwer verletzten Kindern starben acht.

Und ich finde das genau diese Berichterstattung die Amokläufe auslöst somit den Amokläufer(nachfolgern) genau die Plattform die sie sich wünschen bietet um es "allen mal richtig zu zeigen".

William

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39

Freitag, 13. März 2009, 10:18

Du nennst eine 9mm Beretta eine schwere Waffe?
Nicht wirklich... Da gibt es weitaus schwerere....
Ich nenne die Beretta für einen Zivilsten eine schwere Waffe. Natürlich gibt es noch die Desert Eagle, die noch ein größeres Kaliber soweit ich weiß, aber 9mm sind nicht wenig und machen dicke Löcher. Warum muss ein Zvilist eine Waffe mit einem so großem Kaliber haben? Ein kleineres tuts doch auch, wenn er auf Zielscheiben schießt. Vorallem ist die Überlebenschance bei einem kleinerem Kaliber sogar bei Kopfschüssen um einiges höher.

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40

Freitag, 13. März 2009, 10:42

Zitat

Du nennst eine 9mm Beretta eine schwere Waffe?
Nicht wirklich... Da gibt es weitaus schwerere....

Alles relativ. Aber Sportschützen schießen normalerweise mit Luftgewehren oder Kleinkaliber - da ist eine 9mm-Wumme im wahrsten Sinne des Wortes schon von ganz anderem Kaliber. Beim Militär würde man eine 9mm Handfeuerwaffe natürlich nicht als schwere Waffe ansehen. Das ist hier aber nicht der Punkt. Wie Wiliam richtig dargstellt hat geht es um die Gefährlichkeit und ich denke wir können uns darauf einigen, dass eine 9mm Pistole eine sehr gefährliche Waffe ist.

Das Problem ist, dass man mit Verallgemeinerungen nicht weiterkommt. Wer sozial eingebunden und mental gefestigt ist, der wird durch "Killerspiele" nicht beeinträchtigt. Wer seelisch labil ist, dem sollte man auch man besser nicht mit "Killerspielen" füttern, aber auch entsprechende Videos und Bücher wegnehmen. Vor allem aber darf man solchen leuten keine Waffen in die Hand geben. Daher müssen (richtigerweise) Schußwaffen auch in einem abgeschlossenen Schrank aufbewwahrt werden, damit nur der Waffenschein-Inhaber Zugriff drauf hat. Die Waffe offen rumliegen zu lassen war sicherlich nicht der Grund, aber ein zusätzlicher Fehler. Wesentlicher war sicher, das offenbar keiner aus em näheren Umfeld in der Lage war den nötigen seelischen Halt zu geben. Aber hinterher ist man immer schlauer.

Eine sehr traurige und schreckliche Geschichte.
Altgedientes Forumsmitglied (GUN-, Activision-, XTW-, totalwar-Forum). Alle TW-Spiele seit Shogun.